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Im Hamburger Block-Prozess ist es zu einer erneuten und deutlichen Verzögerung gekommen, nachdem der Verteidiger der Hauptangeklagten umfangreiche Beweisanträge eingereicht hat. Insgesamt 840 Seiten umfasst die Eingabe allein vom Anwalt Ingo Bott, der Christina Block verteidigt, kurz vor dem Ablauf einer vom Gericht gesetzten Frist. Die Vorsitzende Richterin Isabel Hildebrandt reagierte auf die plötzliche Flut von Dokumenten sichtlich gereizt und unterbrach die Verhandlung, um eine Liste der Anträge erstellen zu lassen, damit die Prozessbeteiligten diese außerhalb des Gerichtssaals in Hamburg prüfen können.
Die neuen Beweisanträge konzentrieren sich primär auf die Geodaten des Handys von Christina Block. Ihr Verteidiger argumentiert, diese Daten könnten belegen, dass seine Mandantin zum Zeitpunkt eines angeblichen Treffens mit den mutmaßlichen Entführern Ende Dezember 2023 nicht am angegebenen Treffpunkt im Hamburger Hotel „Grand Elysée“ anwesend war. Dort soll Christina Block laut Zeugenaussagen dem Team einer israelischen Sicherheitsfirma für ihren bevorstehenden Einsatz gedankt haben. Wenige Stunden später, in der Silvesternacht 2023/2024, wurden die beiden jüngsten Kinder der Unternehmerin aus Süddänemark nach Deutschland gebracht.
Der langwierige Prozess, der im Juli 2025 vor dem Landgericht Hamburg begann, dreht sich um den Vorwurf der Kindesentführung. Die 53-jährige Hamburger Unternehmerin Christina Block, Tochter des „Block House“-Gründers Eugen Block, ist angeklagt, eine israelische Sicherheitsfirma beauftragt zu haben, ihre Kinder nach einem Sorgerechtsstreit aus Dänemark nach Deutschland zu entführen. Sie bestreitet die Vorwürfe vehement. Unter den sechs weiteren Angeklagten befindet sich auch ihr Lebensgefährte, der frühere Sportmoderator Gerhard Delling, der ebenfalls die Anschuldigungen zurückweist.
Die jetzige Entwicklung wirft den Zeitplan des Gerichts erneut durcheinander. Ursprünglich hatte die Strafkammer unter Vorsitz von Richterin Hildebrandt eine Frist bis zum 28. Oktober gesetzt, um weitere schriftliche Beweisanträge einzureichen, mit dem Ziel, danach die Plädoyers beginnen zu können. Der Block-Prozess war bereits mehrfach durch verschiedene Umstände, wie einen Flugstreik oder die Vernehmung eines wichtigen Zeugen außerhalb der Hauptverhandlung, verzögert worden. Die Verhandlungstermine waren daher schon bis kurz vor Weihnachten 2026 angesetzt worden.
Zusätzlich zu den Verzögerungen durch die Beweisanträge ist der Hamburger Block-Prozess auch durch eine Debatte über die Sicherstellung von Tonaufnahmen einer „Zeit“-Journalistin in den Fokus geraten, welche im Rahmen eines Podcasts entstanden sind. Das Landgericht Hamburg hatte seine Durchsuchungsbeschlüsse hierzu teilweise zurückgenommen, was die Komplexität und das öffentliche Interesse an diesem Fall, über den auch RADIO REEPERBAHN Hamburg fortlaufend berichtet, weiter unterstreicht.
Hinweis: Das Bild zu diesem Beitrag kann KI-generiert sein.
Hinweis: Bei der Bearbeitung dieses Beitrags kann Künstliche Intelligenz zum Einsatz gekommen sein.
Geschrieben von: Redaktion
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