Hamburg Update

Bergedorf plant feste Musikhaltestelle für Straßenmusik

today29. Oktober 2026

Hintergrund

Der Bezirk Bergedorf in Hamburg plant die Einführung fester Musikhaltestellen für Straßenmusiker. Dieses Vorhaben, das dem Modell in Mannheim ähnelt, sieht vor, dass Künstler sich per QR-Code für eine Stunde anmelden und auftreten können, wobei sogar der Einsatz von Verstärkern teilweise erlaubt sein soll, wie RADIO REEPERBAHN erfahren hat.

Die aktuelle Praxis für Straßenmusik in weiten Teilen Hamburgs ist deutlich restriktiver. Beispielsweise gelten im Bezirk Hamburg-Mitte und Altona strenge Regeln: Auftritte sind in der Regel auf 30 Minuten pro Standort begrenzt, danach muss ein Mindestabstand von 150 Metern zum vorherigen Platz eingehalten werden. Verstärker, Lautsprecher und laute Instrumente wie Trommeln oder Blechbläser sind grundsätzlich verboten. Zudem sind bestimmte Orte wie der Rathausmarkt, die Reesendammbrücke und die Alsterarkaden gänzlich für Straßenmusik untersagt. Auftritte sind zudem nur zwischen 10 Uhr und 21 Uhr (in Altona 11 Uhr bis 20 Uhr) gestattet. Lediglich akustische Darbietungen, die nicht gegen das Merkblatt des Bezirksamtes verstoßen, sind ohne gesonderte Genehmigung erlaubt, alles Weitere erfordert eine nicht garantierte Erlaubnis.

Das als Vorbild dienende Modell in Mannheim, das dort als Pilotprojekt läuft, ist seit dem 23. Juni 2026 in Kraft. Als UNESCO Creative City of Music fördert Mannheim mit diesem Projekt aktiv die Straßenkultur. An zehn ausgewiesenen Musikhaltestellen in der Innenstadt können sich Musikerinnen und Musiker kostenfrei per QR-Code anmelden. Die frühere Tagesgebühr von 17,40 Euro wurde abgeschafft. Auftritte sind auf 60 Minuten pro Standort begrenzt, danach muss der Platz gewechselt werden. Besonders hervorzuheben ist, dass in Mannheim der Einsatz von elektronischen Musikelementen und Verstärkern in begrenzter Lautstärke erlaubt ist.

Vier Monate nach dem Start des Pilotprojekts in Mannheim zeigt sich eine positive Zwischenbilanz: Bis zum 22. Oktober 2026 wurden 471 Auftritte von 176 verschiedenen Künstlern registriert. Das unkomplizierte und kostenlose Angebot wird gut angenommen und trägt dazu bei, Musik im Mannheimer Stadtbild sichtbarer und unmittelbar erlebbarer zu machen. Auch aus anderen Städten, darunter Hamburg, gab es bereits Anfragen von Musikerinnen und Musikern, die an dem Mannheimer Modell interessiert sind. Die Stadt Mannheim erhofft sich von dem Projekt eine höhere Aufenthaltsqualität und eine Bereicherung des innerstädtischen Lebens.

Die Pläne des Bezirks Bergedorf könnten somit eine wegweisende Neuerung für die Straßenmusiklandschaft in Hamburg darstellen. Durch die Entbürokratisierung und die Schaffung klar definierter Auftrittsmöglichkeiten, die sogar den moderaten Einsatz von Verstärkern zulassen, könnte Bergedorf die Attraktivität für Musiker und das kulturelle Angebot für die Bürger im östlichen Hamburg deutlich erhöhen.

Hinweis: Das Bild zu diesem Beitrag kann KI-generiert sein.

Hinweis: Bei der Bearbeitung dieses Beitrags kann Künstliche Intelligenz zum Einsatz gekommen sein.

Geschrieben von: Redaktion

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