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Bundesregierung ernennt neue Antisemitismusbeauftragte

today28. Oktober 2026

Hintergrund

Die Bundesregierung hat Katharina von Schnurbein zur neuen Beauftragten für jüdisches Leben in Deutschland und den Kampf gegen Antisemitismus ernannt. Von Schnurbein, die zuvor als Antisemitismusbeauftragte der Europäischen Kommission tätig war, hat ihr Amt am heutigen Mittwoch, dem 28. Oktober 2026, angetreten. Sie folgt damit auf Felix Klein, der diesen Posten seit 2018 innehatte und nun als Ständiger Vertreter Deutschlands bei der OECD in Paris tätig ist. Von Schnurbein betont, dass der Kampf gegen Judenhass ein aktiver Schutz der deutschen Demokratie sei und nennt dies als einen ihrer Schwerpunkte.

Das Amt des Antisemitismusbeauftragten der Bundesregierung wurde 2018 auf Beschluss des Deutschen Bundestags eingerichtet und ist dem Bundesministerium des Innern zugeordnet. Es wurde angesichts einer intensiven Diskussion über die Zunahme von Antisemitismus in Deutschland geschaffen. Die Hauptaufgaben des Beauftragten umfassen die ressortübergreifende Koordination von Maßnahmen der Bundesregierung zur Bekämpfung von Antisemitismus, die Sensibilisierung der Gesellschaft durch Öffentlichkeitsarbeit sowie politische und kulturelle Bildung, und die Rolle als Ansprechpartner für jüdische Gruppen und zivilgesellschaftliche Organisationen. Felix Klein hatte in seiner achtjährigen Amtszeit wichtige Strukturen aufgebaut, darunter die Gemeinsame Bund-Länder-Kommission zur Bekämpfung von Antisemitismus.

Die Ernennung von Katharina von Schnurbein erfolgt in einer Zeit, in der antisemitische Vorfälle in Deutschland weiterhin auf einem hohen Niveau verharren. Im Jahr 2025 wurden laut Bundesverband der Recherche- und Informationsstellen Antisemitismus (RIAS) insgesamt 8.725 antisemitische Vorfälle registriert, was einer Verdreifachung im Vergleich zu 2022 entspricht und durchschnittlich 24 Vorfälle pro Tag bedeutet. Rund zwei Drittel dieser Fälle stehen im Zusammenhang mit israelbezogenem Antisemitismus, wobei der Hamas-Überfall auf Israel vom 7. Oktober 2023 als wesentlicher Auslöser für den drastischen Anstieg genannt wird. Auch im ersten Halbjahr 2026 erfassten die Behörden 1.259 antisemitische Straftaten, darunter 24 Gewalttaten.

Von Schnurbein, eine deutsche Politikwissenschaftlerin, war ab 2015 die erste Koordinatorin der Europäischen Kommission zur Bekämpfung von Antisemitismus und zur Förderung jüdischen Lebens. In dieser Rolle hat sie maßgeblich an der ersten EU-Strategie gegen Antisemitismus mitgewirkt und deren Umsetzung begleitet. Für ihre neue Aufgabe in Berlin hat sie sich vorgenommen, jüdisches Leben in Deutschland zu normalisieren, sodass beispielsweise jüdische Kinder nicht auf dem Schulhof angefeindet werden oder „Jude“ kein Schimpfwort ist. Sie sieht Deutschland als Vorreiter im Kampf gegen Judenhass und betont die Notwendigkeit, ein europäischer Motor in dieser Angelegenheit zu werden.

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt begrüßte die Ernennung von Schnurbeins und betonte, dass Deutschland mit ihr eine ausgewiesene Expertin gewinne, die über beste Kontakte in die jüdische Gemeinschaft verfüge und dort hohes Ansehen genieße. Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, hieß die Entscheidung ebenfalls willkommen und hob von Schnurbeins internationale Vernetzung und hohes Ansehen in der jüdischen Gemeinschaft hervor. Die neue Beauftragte blickt ihrer Aufgabe mit großem Respekt, Demut und Gestaltungswillen entgegen, wissend, dass sich viele Jüdinnen und Juden in der Öffentlichkeit nicht mehr sicher fühlen. Als Redaktion bei RADIO REEPERBAHN Hamburg werden wir die Entwicklungen in diesem wichtigen Bereich aufmerksam verfolgen und berichten, denn der Kampf gegen Antisemitismus ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die auch in unserer vielfältigen Stadt Hamburg von großer Bedeutung ist.

Hinweis: Das Bild zu diesem Beitrag kann KI-generiert sein.

Hinweis: Bei der Bearbeitung dieses Beitrags kann Künstliche Intelligenz zum Einsatz gekommen sein.

Geschrieben von: Redaktion

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