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Einem wichtigen Schlag gegen die weltweit agierende russische Hackergruppe Qilin ist nordrhein-westfälischen Ermittlern gelungen. Wie hier bei RADIO REEPERBAHN in Hamburg bereits berichtet, wurde einer der mutmaßlich führenden Köpfe der Cyberkriminellen im Mai in Japan festgenommen und am vergangenen Wochenende nach Deutschland ausgeliefert. Dieser Ermittlungserfolg markiert einen bedeutenden Fortschritt im Kampf gegen die internationale Cyberkriminalität.
Die Hackergruppe Qilin gilt als eines der aggressivsten und aktivsten Cyberkriminalitätsnetzwerke weltweit. Seit ihrer Gründung als „Agenda“ im Juli 2022 und der späteren Umbenennung in Qilin im September desselben Jahres operiert die Gruppe nach dem „Ransomware-as-a-Service“-Modell (RaaS). Dabei entwickelt sie die Ransomware und stellt sie Partnern zur Verfügung, die damit Angriffe durchführen. Qilin ist bekannt für ihre doppelte Erpressungstaktik: Sie verschlüsselt nicht nur die Daten der Opfer, sondern stiehlt auch sensible Informationen und droht mit deren Veröffentlichung oder Verkauf, um Lösegeld zu erzwingen. Es wird angenommen, dass die Gruppe, wie viele andere russisch-linke Akteure, Angriffe auf Länder der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS) vermeidet.
Die Reichweite von Qilin ist enorm; seit 2024 soll die Gruppe weltweit fast 4.000 Unternehmen und Institutionen erpresst haben. Allein in Deutschland waren es rund 150 Opfer, davon 30 in Nordrhein-Westfalen. Die Lösegeldforderungen summierten sich auf fast drei Milliarden US-Dollar, wobei über 140 Millionen Dollar tatsächlich gezahlt wurden. Zu den Zielen zählen diverse Sektoren wie das produzierende Gewerbe, das Gesundheitswesen, Bildungseinrichtungen und Regierungsbehörden. Ein Beispiel ist ein Angriff auf ein deutsches Logistikunternehmen im September 2024, bei dem 165.000 US-Dollar in Bitcoin gefordert wurden. Auch der japanische Getränkekonzern Asahi und die Partei Die Linke in Deutschland sollen von Qilin angegriffen worden sein.
Der nun festgenommene Mann ist ein 28-jähriger russischer Staatsbürger, der von deutschen Behörden als „Snake“ innerhalb des achtköpfigen Kerns der Qilin-Gruppe vermutet wird. Ermittler des Landeskriminalamts Nordrhein-Westfalen und der Zentral- und Ansprechstelle Cybercrime Nordrhein-Westfalen (ZAC) haben die Gruppe monatelang verdeckt infiltriert und beobachtet. Durch aufwendige Detailarbeit und die Auswertung digitaler Spuren gelang es ihnen, die Identität des Verdächtigen zu ermitteln und seine Reise nach Japan zu verfolgen. Obwohl kein formelles Auslieferungsabkommen zwischen Deutschland und Japan besteht, führten die gute Zusammenarbeit der Behörden zur Festnahme in Osaka im Mai und zur Überstellung nach Deutschland am vergangenen Freitag.
Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul bezeichnete diesen Erfolg als den größten Schlag, der deutschen Ermittlern im Kampf gegen Cyberkriminalität je gelungen ist. Es ist das erste Mal, dass ein russischer Hacker durch deutsche Behörden außerhalb Russlands festgenommen und ausgeliefert werden konnte. Dieser Fall unterstreicht die wachsende Bedeutung internationaler Kooperation bei der Bekämpfung der Cyberkriminalität und sendet ein klares Signal an kriminelle Hacker weltweit, dass sie sich ihrer Sache und auch ihrer eigenen Leute nicht mehr sicher sein können.
Symbolbild – Foto: Tima Miroshnichenko / Pexels
Hinweis: Bei der Bearbeitung dieses Beitrags kann Künstliche Intelligenz zum Einsatz gekommen sein.
Geschrieben von: Redaktion
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