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Kolumbiens Karibikküste, eine bei Touristen beliebte Region, entwickelt sich zunehmend zu einer Kampfzone. Wie RADIO REEPERBAHN Hamburg berichtet, hat Kolumbiens Präsident Abelardo de la Espriella angekündigt, die dort operierenden Paramilitärs mit allen Mitteln zu zerschlagen. Die Eskalation zeigt sich aktuell in der Stadt Santa Marta, wo Paramilitärs der Gruppe Autodefensas Conquistadoras de la Sierra Nevada (ACSN), auch bekannt als Los Pachencas, einen sogenannten „bewaffneten Streik“ durchgeführt haben. Dies führte zu weitreichenden Geschäftsschließungen, der Zerstörung von Bussen und Autos durch Brandanschläge sowie zu massiven Straßenblockaden, während in Videos Schusswechsel auf offener Straße zu sehen sind.
Präsident de la Espriella reagierte auf diese Entwicklungen mit einer deutlichen Verstärkung der Sicherheitskräfte und der Militarisierung von Santa Marta sowie der benachbarten Gemeinde Ciénaga. Die aktuelle Eskalation, die auch auf einer Militäroperation vom 21. September 2026 basiert, bei der sieben ACSN-Mitglieder, darunter José Luis Pérez Villanueva alias „Cholo“, der als zweiter Befehlshaber der Gruppe galt, getötet wurden, markiert einen fundamentalen Kurswechsel in der kolumbianischen Sicherheitspolitik. Seit seinem Amtsantritt im August 2026 hat der als Hardliner bekannte Präsident die Friedensgespräche, die seine Vorgängerregierung im Rahmen der „Paz Total“ mit bewaffneten Gruppen wie der ACSN geführt hatte, beendet und setzt stattdessen auf militärischen Druck und die Unterwerfung unter die Justiz.
Die Autodefensas Conquistadoras de la Sierra Nevada (ACSN) entstanden 2019 aus der Gruppe Los Pachencas, deren Wurzeln wiederum im Tayrona-Widerstandsblock der ehemaligen AUC liegen. Sie sind in 14 Gemeinden der Departamentos Magdalena, La Guajira und Cesar aktiv und finanzieren sich hauptsächlich durch Drogenhandel, Erpressung von Unternehmen, Hotels und Transportunternehmen sowie Akteuren der Tourismuswirtschaft. Selbst der Mikro-Drogenhandel und sogenannte „Kriegssteuern“ an Touristen sind wichtige Einnahmequellen der Gruppe, die auch auf sozialen Medien präsent ist und so ihre Präsenz in der Region festigt.
Die Auswirkungen des Konflikts auf die touristisch so attraktive Karibikküste sind gravierend. Das Auswärtige Amt rät, bis auf Weiteres von Fahrten auf der Troncal del Caribe zwischen Santa Marta und Riohacha, einschließlich Reisen zum Nationalpark Tayrona, abzusehen, da dort weiterhin mit gewaltsamen Auseinandersetzungen zu rechnen ist. Obwohl der von der ACSN ausgerufene „bewaffnete Streik“ offiziell am Freitag, den 24. September 2026, enden sollte, bleibt die Lage angespannt, und die Behörden verstärken weiterhin die Sicherheitsmaßnahmen. Die Sicherheitslage in Kolumbien hat sich insgesamt in den letzten Jahren kontinuierlich verschlechtert, mit weitreichenden Teilreisewarnungen für bestimmte Regionen.
Die Konfrontationspolitik von Präsident de la Espriella, der auch für seine Pläne zur Errichtung von Mega-Gefängnissen und eine Lockerung des Waffenrechts bekannt ist, führt landesweit zu Protesten. So bereiten Gewerkschaften bereits für November einen nationalen Streik gegen seine Regierung vor. Dieser umfassende Ansatz zur Bekämpfung der bewaffneten Gruppen birgt das Risiko einer weiteren Eskalation des Konflikts in dem südamerikanischen Land und verschärft die Unsicherheit auch für potenzielle Urlauber, die die Schönheit Kolumbiens entdecken möchten.
Symbolbild – Foto: Franklin Peña Gutierrez / Pexels
Hinweis: Bei der Bearbeitung dieses Beitrags kann Künstliche Intelligenz zum Einsatz gekommen sein.
Geschrieben von: Redaktion
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