Hamburg Update

Iranischer Krieg und Huthi-Angriffe treiben Ölpreis nach oben

today21. September 2026 2

Hintergrund
share close

Hamburg – Die Lage im Nahen Osten spitzt sich weiter zu und hinterlässt deutliche Spuren in der globalen Energieversorgung sowie in der iranischen Wirtschaft. Sieben Monate nach Kriegsbeginn erlebt die iranische Wirtschaft einen drastischen Abschwung, während eine Annäherung an die Vereinigten Staaten weiterhin ausbleibt. Parallel dazu tragen die andauernden Attacken der Huthi-Milizen auf die saudische Hauptstadt Riad maßgeblich zum Anstieg der Ölpreise bei.

Offiziellen Angaben zufolge ist das Bruttoinlandsprodukt Irans von Ende März bis Ende Juni um 10,1 Prozent geschrumpft. Die Wirtschaft leidet seit Jahren unter einer Hyperinflation und einer starken Abwertung des Rial, eine Entwicklung, die durch den Krieg und die verhängten Sanktionen noch verschärft wurde. Iranische Exporte und Importe sind in den letzten Monaten um 25 bis 35 Prozent zurückgegangen, und das Land sieht sich einer akuten Benzinknappheit gegenüber. Die USA haben als Reaktion auf Irans Handlungen, darunter die weitgehende Schließung der Straße von Hormus, eine Seeblockade iranischer Häfen verhängt, was die Ölexporte des Landes zusätzlich beeinträchtigt.

Gleichzeitig heizen die Attacken der vom Iran unterstützten Huthi-Milizen aus dem Jemen die Spannungen in der Region weiter an und treiben die Ölpreise nach oben. Jüngste Raketen- und Drohnenangriffe auf die saudische Hauptstadt Riad und andere zivile sowie wirtschaftliche Einrichtungen, darunter Öl- und Versorgungsanlagen, haben die Sorge vor einer weiteren Eskalation verstärkt. Ein Barrel der Nordsee-Sorte Brent kostete Mitte September rund 105 US-Dollar. Am 20. September stiegen die Brent-Futures auf 104,68 US-Dollar je Barrel, während US-West Texas Intermediate (WTI) bei 101,06 US-Dollar je Barrel notierte. Die wichtige East-West-Pipeline in Saudi-Arabien, die saudisches Öl unter Umgehung der Straße von Hormus zum Rotmeer-Hafen Yanbu transportiert, wurde ebenfalls zum Ziel der Huthi-Miliz und war von Bränden betroffen.

Die strategische Bedeutung der Huthis geht über Angriffe auf Riad hinaus. Die Miliz hat die Kontrolle über die Meerenge Bab al-Mandab erlangt, die das Rote Meer mit dem Golf von Aden verbindet. Diese Meerenge ist eine entscheidende Schifffahrtsroute für den globalen Ölhandel und fungierte als eine Umgehung der weitgehend gesperrten Straße von Hormus. Die gleichzeitige Bedrohung beider wichtiger Meerengen durch Iran und die Huthis verschärft die Lieferstörungen im angespannten Markt. Experten warnen, dass der Markt die Verwundbarkeit Saudi-Arabiens unterschätzt und bereits geringfügige Beeinträchtigungen der Förder- oder Exportkapazitäten erhebliche Marktverwerfungen auslösen könnten.

Die anhaltende Pattsituation zwischen den USA und dem Iran ohne jegliches Entgegenkommen der Amerikaner trägt maßgeblich zur Unsicherheit bei. Der „Iran-Krieg“, der seit sieben Monaten die Region prägt, hat die globale Energiewirtschaft in eine Phase struktureller Unterinvestitionen geführt, wodurch ein exogener Schock schnell zu extremen Preisspitzen führen kann. Die hohen Energiepreise wirken sich zudem als zentraler Treiber der Inflation aus und belasten Verbraucher sowie Unternehmen weltweit. China hat Iran kürzlich aufgefordert, seinen Einfluss auf die Huthis zu nutzen und damit die internationale Besorgnis über die Eskalation der Lage deutlich gemacht.

Hinweis: Das Bild zu diesem Beitrag kann KI-generiert sein.

Hinweis: Bei der Bearbeitung dieses Beitrags kann Künstliche Intelligenz zum Einsatz gekommen sein.

Geschrieben von: Redaktion

Rate it

Beitrags-Kommentare (0)

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Pflichtfelder sind mit * gekennzeichnet