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Tierschutz-Aktivisten sind heute in Hamburg auf das Zelt des Circus Krone auf dem Heiligengeistfeld geklettert. Die Aktion fand Stunden vor der Premierenvorstellung des Zirkus am Donnerstagabend statt, der immer wieder wegen seines Umgangs mit Tieren in der Kritik steht. Die Polizei ist vor Ort und hat Ermittlungen aufgenommen.
Bei dem Vorfall gegen 13 Uhr drangen drei Aktivisten der Tierschutzorganisation „Vier Pfoten“ auf das Zirkusgelände ein, mutmaßlich ausgestattet mit professionellem Klettergeschirr, um auf das Zeltdach zu gelangen. Mitarbeiter des Circus Krone bemerkten die Aktion und folgten den Protestierenden, woraufhin es zu einer körperlichen Auseinandersetzung kam. Dabei wurde einer der Aktivisten verletzt und musste in einem Rettungswagen behandelt werden. Die Polizei, die gegen 13:12 Uhr alarmiert wurde, nahm wechselseitige Anzeigen wegen Hausfriedensbruchs und Körperverletzung auf. „Vier Pfoten“ erhebt schwere Vorwürfe und spricht von roher Gewalt durch Zirkusmitarbeiter, die versucht hätten, Sicherungen der Kletterer zu lösen und sie damit in Lebensgefahr gebracht hätten.
Der Circus Krone gastiert vom 17. September bis zum 11. Oktober 2026 auf dem Heiligengeistfeld. Die anhaltende Kritik an der Tierhaltung des Zirkus wird von mehreren Tierschutzorganisationen getragen. So veröffentlichte „Vier Pfoten“ erst am 14. September 2026 neue Foto- und Videoaufnahmen aus dem aktuellen Programm von Circus Krone, die Ende August in Hannover entstanden sind. Eine Auswertung durch Tierärztinnen und Fachleute für Tierverhalten ergab, dass die Aufnahmen den Einsatz von Peitschen zeigen und Tiere Verhaltensweisen aufweisen, die auf Stress, Unsicherheit oder Abwehr hindeuten. Die Organisation betont, dass laute Musik, grelles Scheinwerferlicht und unvorhersehbare Publikumsreaktionen grundsätzlich ungeeignet für Tiere sind. Auch PETA kritisiert seit Langem die Haltung von rund 100 Tieren, darunter Wildtiere wie Elefanten, Löwen und Tiger sowie domestizierte Tiere, die unter mangelndem Platz, Bewegungsmangel und erzwungenen unnatürlichen Bewegungen leiden sollen. Sie sprechen von wiederholten Missständen, die durch behördliche Dokumente sowie Bild- und Videomaterial belegt seien.
Der Hamburger Tierschutzverein (HTV), dessen Jugendgruppe für den heutigen Abend ab 17 Uhr ebenfalls zu einer friedlichen Demonstration vor dem Haupteingang aufgerufen hat, fordert seit Jahrzehnten ein bundesweites Wildtierverbot im Zirkus. Der HTV und der Deutsche Tierschutzbund argumentieren, dass eine artgerechte Haltung von Tieren, insbesondere Wildtieren, in einem Zirkus aufgrund häufiger Transporte, begrenzter Platzverhältnisse und der Anforderungen der Auftritte unmöglich sei. Die Aktivisten des HTV planen, mit Spiegeln und roten Clownsnasen die Zirkusbesucher zum Nachdenken über Tiere in der Unterhaltungsindustrie anzuregen.
Circus Krone weist die allgemeine Kritik an seiner Tierhaltung zurück. Das Unternehmen betont, verantwortungsvoll mit seinen Tieren umzugehen und regelmäßig von unabhängigen Behörden kontrolliert zu werden. Der Zirkus verweist auf seine lange Familientradition und Tierliebe als Maximen des Hauses und auf den hohen logistischen und finanziellen Aufwand für die Pflege der Tiere.
Die Debatte um Tiere im Zirkus findet in Hamburg vor einem spezifischen politischen Hintergrund statt, da die Stadt sich seit Jahren politisch gegen Wildtiere im Zirkus positioniert hat. Die heutige Eskalation verdeutlicht einmal mehr die tiefgreifenden Meinungsverschiedenheiten zwischen Tierschutzorganisationen und dem Circus Krone über die Ethik und Angemessenheit von Tierdarbietungen in der Manege. Die Premierenvorstellung soll jedoch wie geplant stattfinden.
Hinweis: Das Bild zu diesem Beitrag kann KI-generiert sein.
Hinweis: Bei der Bearbeitung dieses Beitrags kann Künstliche Intelligenz zum Einsatz gekommen sein.
Geschrieben von: Redaktion
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