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Erneute Schüsse bei Drogenhilfe in Harburg

today15. September 2026 2

Hintergrund
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Erneut wurde Hamburg-Harburg von einem schwerwiegenden Vorfall erschüttert: In der Nacht zu Dienstag kam es vor der Drogenhilfeeinrichtung Abrigado am Schwarzenberg zu einer weiteren Schießerei. Dabei wurde ein 57-jähriger Mann durch mehrere Schüsse verletzt und musste zur medizinischen Versorgung in ein Krankenhaus gebracht werden. Nach ersten Erkenntnissen sollen vier junge Männer die Schüsse auf das Opfer abgegeben haben, das eine Beinverletzung, vermutlich einen Durchschuss, erlitt. Die Polizei leitete umgehend eine Großfahndung ein und sicherte am Tatort zahlreiche Spuren sowie Patronenhülsen. Eine mögliche Spur bildet ein Kleidungsstück, das unweit des Tatorts in einem Mülleimer gefunden wurde. Die Hintergründe der Tat sind derzeit noch völlig unklar, die Ermittlungen des Kriminaldauerdienstes des LKA 26 dauern an.

Dieser jüngste Vorfall reiht sich ein in eine Serie von Gewalttaten, die die Drogenhilfe Abrigado und ihr Umfeld in den letzten Monaten in den Fokus gerückt haben. Bereits im Juni hatte sich an derselben Einrichtung ein ähnlicher Vorfall ereignet, bei dem am 15. Juni ein 45-jähriger Mann am Bein verletzt wurde. Diesem Zwischenfall waren kurz zuvor, am 12. und 13. Juni, weitere Schussabgaben vorausgegangen, bei denen Zeugen von „knallähnlichen Geräuschen“ berichteten und Einschläge in Bäumen sowie einer Parkbank festgestellt wurden. Die wiederholte Gewalt, insbesondere die Schüsse in unmittelbarer Nähe einer benachbarten Schule am Helmsweg, führte damals zu einer erhöhten Alarmbereitschaft und löste bei Schülern und Eltern erhebliche Ängste aus.

Die angespannte Situation im Umfeld der Drogenhilfeeinrichtung Abrigado hat in der Bevölkerung zu großer Besorgnis geführt. Bereits im Juli dieses Jahres wurde auf einer Sicherheitskonferenz in Harburg intensiv über die Zukunft der Einrichtung debattiert, wobei Anwohner und Eltern benachbarter Schulen eine Verlegung und einen Neubau des Abrigado forderten, um die Sicherheit und Lebensqualität im Quartier zu verbessern. Die Forderungen wurden durch die wiederholten Gewalttaten und die damit einhergehende Verunsicherung der Anwohnerschaft verstärkt.

Als Reaktion auf die eskalierende Lage wurde Mitte August ein neues Sicherheitskonzept für das Abrigado vorgestellt. Seit Beginn des Schuljahres patrouilliert ein zusätzlicher Sicherheitsdienst mit zwei Personen täglich für vier Stunden im Bereich Schwarzenberg und um die beiden Schulen. Auch die polizeiliche Präsenz wurde in der Folge erhöht. Im Rahmen der Ermittlungen zu den Juni-Vorfällen konnten Teilerfolge erzielt werden: Anfang September wurde ein 21-jähriger Mann als Tatverdächtiger der Schüsse vom 15. Juni festgenommen, und bereits Mitte August nahmen die Beamten einen 30-Jährigen fest, der im Verdacht steht, die Tat in Auftrag gegeben zu haben. Der mutmaßliche Schütze konnte jedoch bislang nicht identifiziert werden.

Die Zahlen der Hamburger Senatsverwaltung unterstreichen die prekäre Situation: Seit Anfang 2023 wurden am Standort der Drogenhilfeeinrichtung Abrigado insgesamt 487 Polizeieinsätze und 110 Rettungsdiensteinsätze registriert, was zusammen fast 600 Vorfälle ausmacht. Die Einsätze umfassten unter anderem Personenüberprüfungen, Hausfriedensbrüche, Körperverletzungen, Schlägereien, Betäubungsmitteldelikte, Bedrohungen sowie Bedrohungen mit Waffen. Die Drogenhilfeeinrichtung, die als einzige mit Drogenkonsumraum südlich der Elbe dient, ist seit Jahren an ihre Kapazitätsgrenzen gestoßen, was die komplexen Herausforderungen in der Region weiter verdeutlicht.

Symbolbild – Foto: Siobhan Howerton / Pexels

Hinweis: Bei der Bearbeitung dieses Beitrags kann Künstliche Intelligenz zum Einsatz gekommen sein.

Geschrieben von: Redaktion

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