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Schiffbau in Norddeutschland: So viele Beschäftigte wie lange nicht mehr

today28. August 2026 1

Hintergrund
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Schiffbau in Norddeutschland erlebt einen kräftigen Aufschwung: Die jüngste Schiffbauumfrage der IG Metall Küste zeichnet ein überaus positives Bild der Werftenregion. Dort sind aktuell so viele Menschen beschäftigt wie seit Langem nicht mehr. Im vergangenen Jahr stieg die Zahl der Arbeitsplätze in den befragten Betrieben um über 2.000 auf fast 17.200 Mitarbeiter, den höchsten Stand seit sechs Jahren. Die Gewerkschaft prognostiziert für die kommenden zwölf Monate sogar den Aufbau von weiteren 1.700 Arbeitsplätzen.

Dieser deutliche Beschäftigungsanstieg wird maßgeblich durch eine sehr gute Auftragslage getragen. Die Auftragsbücher vieler norddeutscher Werften sind auf Jahre hinaus gut gefüllt. Insbesondere der Marineschiffbau erweist sich als zentraler Motor dieses Aufschwungs und macht mittlerweile mehr als die Hälfte des Branchenumsatzes aus. Die veränderte geopolitische Lage führt zu einer erhöhten Nachfrage nach U-Booten und Militärschiffen. Auch die Auslastung der Betriebe ist vielversprechend: Für 2026 wird eine durchschnittliche Auslastung von 90 Prozent erwartet, die bis 2028 auf 100 Prozent steigen soll.

Neben militärischen Aufträgen profitieren die deutschen Werften auch von einer starken Nachfrage nach Kreuzfahrtschiffen, Superyachten und Spezialschiffen. Zudem nimmt der Bau großer Offshore-Konverterplattformen für die Energiewende Fahrt auf. Regional betrachtet gibt es die meisten Beschäftigten im Schiffbau in Schleswig-Holstein mit über 6.500 Mitarbeitern, gefolgt von Niedersachsen, Bremen und Hamburg. Große Unternehmensgruppen wie TKMS Kiel, die Meyer-Gruppe in Papenburg und die Lürssen-Gruppe in Bremen tragen maßgeblich zu dieser Entwicklung bei.

Trotz der erfreulichen Entwicklung stehen die Werften vor Herausforderungen. Der Fachkräftemangel bleibt ein drängendes Problem; 78,3 Prozent der Betriebe haben Schwierigkeiten, offene Stellen zu besetzen. Daniel Friedrich, Bezirksleiter der IG Metall Küste, betont, dass es entscheidend sei, ausreichend Fachkräfte zu gewinnen und die Ausbildung weiter auszubauen. Gleichzeitig mahnt die Gewerkschaft davor, die maritime Industrie nicht einseitig auf den Marineschiffbau auszurichten, sondern auch langfristige Perspektiven für den zivilen Schiffbau, Offshore-Energie und klimafreundliche maritime Technologien zu schaffen.

Die maritime Wirtschaft in Norddeutschland, inklusive Schiffbau und Schifffahrt, verzeichnete bereits 2025 eine moderate Erholung. Das positive Geschäftsklima im Frühjahr 2024 hat sich weiter verbessert. Um die Wettbewerbsfähigkeit langfristig zu sichern, fordern Branchenvertreter eine kluge Industriepolitik, die Sicherung von Know-how und Investitionen in moderne Technologien wie digitale Zwillinge und Automatisierung. Die Notwendigkeit, Fachkräfte zu gewinnen und zu halten, sowie die Schaffung attraktiver Arbeitsbedingungen bleiben dabei zentrale Aufgaben für die Zukunft der norddeutschen Werften.

Symbolbild – Foto: Kabiur Rahman Riyad / Pexels

Hinweis: Bei der Bearbeitung dieses Beitrags kann Künstliche Intelligenz zum Einsatz gekommen sein.

Geschrieben von: Redaktion

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