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Wenige Frauen im Fußball-Top-Management – St. Pauli als Ausnahme

today27. August 2026 3

Hintergrund
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Hamburg – Eine aktuelle Studie der Initiative „Fußball kann mehr“ zeichnet ein gemischtes Bild der Geschlechterverteilung im Top-Management des deutschen Profifußballs. Während weiterhin Männer die Führungspositionen in den Clubs dominieren, ist ein leichter Positivtrend bei der Neubesetzung von Spitzenämtern erkennbar. Der Hamburger Verein FC St. Pauli kristallisiert sich dabei als bemerkenswerte Ausnahme heraus.

Die gemeinnützige Organisation „Fußball kann mehr“ beleuchtet in ihrem Jahresbericht „Lage der Liga“ regelmäßig die Diversität in den Führungsgremien der deutschen Profiklubs. Für die Saison 2025/2026 zeigt der Bericht, dass von 94 erfassten Top-Management-Positionen in der 1. und 2. Bundesliga neun an Frauen vergeben waren, was einem Anteil von 9,6 Prozent entspricht. Im Vergleich zur Vorsaison 2024/2025, in der der Frauenanteil bei lediglich sechs Prozent lag, ist dies ein leichter Anstieg. Trotz dieses Fortschritts bleibt die Führungsebene größtenteils männlich dominiert, wobei der „typische“ Top-Manager weiterhin männlich, deutsch und etwa 50 Jahre alt ist. In 29 von 36 Erst- und Zweitliga-Vereinen war in der Saison 2025/2026 keine einzige Frau im Top-Management vertreten.

Gerade hier nimmt der FC St. Pauli eine Vorreiterrolle ein. Bereits in der Saison 2024/2025 gehörte der Hamburger Club zu den vier Vereinen mit weiblicher Besetzung im Top-Management und hatte mit drei Frauen sogar die höchste Anzahl an weiblichen Führungskräften, was 42,9 Prozent der Spitzenpositionen bei den Kiezkickern ausmachte. In dieser Zeit rückte unter anderem Luise Gottberg zur Vizepräsidentin auf. Der FC St. Pauli ist zudem einer von nur drei Vereinen – neben Werder Bremen und dem Hamburger SV –, die klare Zielvorgaben für Diversität in ihren Satzungen verankert haben. Schon im Februar 2019 wurde mit Sandra Schwedler eine Frau an die Spitze des Aufsichtsrates des FC St. Pauli gewählt, die lange Zeit die einzige weibliche Aufsichtsratsvorsitzende eines deutschen Profiklubs war.

Die Initiative „Fußball kann mehr“, die 2021 von neun Frauen aus verschiedenen Bereichen des Fußballs ins Leben gerufen wurde, setzt sich aktiv für mehr Geschlechtergerechtigkeit und Diversität ein. Zu ihren Zielen gehören die Stärkung von Frauen in Führungspositionen, die Förderung von Diversität durch unterschiedliche Perspektiven und die Schaffung von Transparenz mittels Daten und Analysen. Die jüngsten Neubesetzungen im Top-Management der Saison 2025/2026 zeigen, dass neben den bereits engagierten Vereinen wie Schalke 04, dem 1. FC Heidenheim und Werder Bremen nun auch Borussia Dortmund, Union Berlin und RB Leipzig auf weibliche Führungskräfte setzen. Ein signifikanter Meilenstein ist hierbei die Berufung von Tatjana Haenni zur ersten Geschäftsführerin eines Bundesliga-Vereins bei RB Leipzig. Auch Svenja Schlenker wurde beim BVB als Geschäftsführerin für Personal sowie Mädchen- und Frauenfußball ernannt.

Trotz dieser positiven Entwicklungen unterstreichen die Studien der „Fußball kann mehr“ Initiative, dass der Weg zu einer ausgewogenen Repräsentation noch weit ist. Die geringe Anzahl von Frauen in den Entscheidungsgremien des deutschen Profifußballs zeigt, dass weiterhin strukturelle Veränderungen und gezielte Maßnahmen notwendig sind, um die Chancengleichheit in allen Bereichen des Sports zu fördern.

Symbolbild – Foto: MART PRODUCTION / Pexels

Hinweis: Bei der Bearbeitung dieses Beitrags kann Künstliche Intelligenz zum Einsatz gekommen sein.

Geschrieben von: Redaktion

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