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Im Hamburger Prozess um die mutmaßliche Kindesentführung hat der Anwalt von Christina Block, Ingo Bott, erneut bestritten, dass seine Mandantin von der Entführung ihrer Kinder Kenntnis hatte. Eine ausführliche Aussage der Angeklagten Christina Block wird im Laufe des heutigen Verhandlungstages vor dem Landgericht Hamburg erwartet. Sie soll sich umfassend zu den Vorwürfen äußern und beabsichtigt, chronologisch vorzugehen sowie „einiges klarzustellen“.
Der spektakuläre Prozess, der am 11. Juli 2025 begann, befindet sich mittlerweile am 72. Verhandlungstag. Christina Block ist angeklagt, eine israelische Sicherheitsfirma damit beauftragt zu haben, ihren damals zehnjährigen Sohn und ihre 13 Jahre alte Tochter in der Silvesternacht 2023/2024 vom Wohnort ihres Ex-Mannes in Dänemark nach Deutschland zu entführen. Dem Vorwurf liegt ein jahrelanger, erbitterter Sorgerechtsstreit zwischen der Steakhaus-Erbin und ihrem Ex-Mann Stephan Hensel zugrunde, wobei die Kinder seit 2021 beim Vater in Dänemark lebten. Laut Anklage wurden die Kinder in jener Silvesternacht gewaltsam aus der Obhut ihres Vaters gerissen und nach Deutschland gebracht. Insgesamt sind sieben Personen in dem Fall angeklagt, darunter auch Blocks Lebensgefährte, der ehemalige Sportmoderator Gerhard Delling.
Rechtsanwalt Bott argumentiert, dass die Entführung nicht die „Handschrift“ seiner Mandantin trage, sondern eine eigenmächtige Aktion eines mutmaßlichen Haupttäters, David B., und dessen Komplizen gewesen sei. Christina Block habe der Rückholung der Kinder von Grund auf widersprochen und sei weder darauf vorbereitet gewesen, noch habe sie mit der Rückkehr ihrer Kinder gerechnet. Die Verteidigung sieht in den Aussagen von David Barkay, der sich angeblich schwer belastend über Christina Block geäußert haben soll, ein neues Beweismittel, das die Verteidigung noch umfassend prüfen müsse.
Besonderes Augenmerk liegt auf den Aussagen der Kinder selbst. Eine jugendpsychiatrische Sachverständige hat vor Gericht dargelegt, dass die beiden Kinder bis heute unter den Folgen der dramatischen Ereignisse der Silvesternacht 2023/2024 leiden und eine „massive Traumatisierung“ aufweisen. Der Vater der Kinder, Stephan Hensel, berichtete zudem von Gewalterfahrungen, die seine Kinder bei Christina Block erlebt haben sollen. Kontroversen gab es im Prozess auch über die Weitergabe von Details eines nicht-öffentlichen Gutachtens, worauf Blocks Anwalt die Erschütterung seiner Mandantin äußerte.
Das Verfahren ist komplex und umfasst bereits Dutzende Zeugenbefragungen und zahlreiche Anträge von Verteidigung und Nebenklage. Neben dem Hamburger Prozess läuft auch in Dänemark ein Gerichtsverfahren, bei dem sich Christina Blocks Vater Eugen Block und ihr Ex-Mann Stephan Hensel um das Umgangsrecht des Patriarchen mit seinen Enkeln streiten. Das Gericht hat insgesamt rund 100 Prozesstage bis Jahresende angesetzt, ein Urteil steht noch aus.
Symbolbild – Foto: khezez | خزاز / Pexels
Hinweis: Bei der Bearbeitung dieses Beitrags kann Künstliche Intelligenz zum Einsatz gekommen sein.
Geschrieben von: Redaktion
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