Hamburg Update

Vorerst keine neuen Lehrerstellen in Hamburg

today21. August 2026

Hintergrund
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Die Hamburger Schulbehörde hat angekündigt, bis Ende 2028 keine zusätzlichen Lehrerstellen zu schaffen, sondern stattdessen den Schwerpunkt auf den Ausbau der Sozialarbeit an Grundschulen zu legen. Diese Maßnahme könnte weitreichende Auswirkungen auf die Personalausstattung der Schulen in der Hansestadt haben. Während die Bildungssenatorin Ksenija Bekeris betont, dass Hamburg im Gegensatz zu anderen Bundesländern keinen allgemeinen Lehrkräftemangel aufweist und die Schulen gut versorgt seien, zeigen andere Berichte, dass die Personalsituation differenzierter betrachtet werden muss.

Aktuellen Angaben zufolge waren im September 2025 lediglich 58 von insgesamt 16.123 Lehrerstellen in Hamburg unbesetzt, was einem geringen Anteil von 0,3 Prozent entspricht. Die meisten dieser offenen Stellen finden sich demnach an Grundschulen mit 20 und an Sonderschulen mit 18 unbesetzten Positionen. Dennoch warnt die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) davor, dass trotz Rekordeinstellungen – so wurden im Schuljahr 2024/25 über 1000 neue Lehrkräfte eingestellt und im August 2025 weitere 620 – weiterhin ein Personalmangel besteht. Insbesondere an Grundschulen in sozial benachteiligten Stadtteilen, in MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) sowie in Musik und Theater gebe es weiterhin dringenden Personalbedarf. Hamburg benötigt jährlich rund 900 neue Lehrkräfte, um steigende Schülerzahlen und altersbedingte Pensionierungen auszugleichen.

Parallel zur Entscheidung, keine neuen Lehrerstellen zu schaffen, treibt die Schulbehörde den massiven Ausbau der Schulsozialarbeit voran. Insgesamt werden 102 zusätzliche Stellen für Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen geschaffen, wofür jährlich rund 7,2 Millionen Euro investiert werden. Dieser Ausbau erfolgt schrittweise: Ab Februar 2025 erhalten zunächst alle Grundschulen mit besonderen Herausforderungen, also einem Sozialindex von 1 oder 2, 35 weitere Stellen. Ab August 2025 werden dann erstmals alle staatlichen Gymnasien flächendeckend mit Schulsozialarbeitern ausgestattet, hierfür sind 44 neue Stellen vorgesehen. Auch die Stadtteilschulen profitieren mit zusätzlichen 23 Stellen von der Erweiterung.

Der Hintergrund dieser Schwerpunktverlagerung liegt in der Erkenntnis, dass Kinder und Jugendliche heutzutage zunehmend komplexen persönlichen und gesellschaftlichen Herausforderungen gegenüberstehen. Diese können die psychosoziale Gesundheit und das allgemeine Wohlbefinden erheblich beeinträchtigen und somit die Lern- und Entwicklungschancen gefährden. Schulsozialarbeit soll diesen Herausforderungen entgegenwirken, indem sie Schülerinnen und Schüler bei familiären oder psychosozialen Problemen berät, das soziale Miteinander fördert und bei Konflikten und Krisen hilft. Dies stellt nicht nur eine Unterstützung für die jungen Menschen und ihre Eltern dar, sondern entlastet auch die Lehrkräfte im Schulalltag.

Ziel ist es, ein flächendeckendes Netz professioneller Unterstützung zu etablieren, das über die reine fachliche Wissensvermittlung hinausgeht und die soziale und emotionale Entwicklung der Kinder und Jugendlichen stärkt. Die Entscheidung, auf zusätzliche Lehrerstellen zu verzichten und stattdessen in multiprofessionelle Teams zu investieren, spiegelt einen strategischen Wandel in der Hamburger Bildungspolitik wider. Es bleibt abzuwarten, wie sich diese Fokussierung auf die Sozialarbeit auf die Qualität des Unterrichts und die Bewältigung des weiterhin bestehenden Bedarfs an Lehrkräften in Mangelfächern und an Brennpunktschulen auswirken wird.

Symbolbild – Foto: RDNE Stock project / Pexels

Hinweis: Bei der Bearbeitung dieses Beitrags kann Künstliche Intelligenz zum Einsatz gekommen sein.

Geschrieben von: Redaktion

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