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Polizei Hamburg schafft Reiterstaffel ab

today20. August 2026

Hintergrund
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RADIO REEPERBAHN Hamburg

Die Hamburger Polizei steht vor einer umfassenden Umstrukturierung: Die Reiterstaffel der Hansestadt wird bis Ende 2027 aufgelöst. Die insgesamt zehn Reiterinnen und Reiter, die bislang hoch zu Ross für Sicherheit sorgten, sollen zukünftig in anderen polizeilichen Bereichen eingesetzt werden. Ein wesentlicher Schwerpunkt ihrer neuen Aufgaben wird dabei die aufstrebende Drohnenabwehr sein, ein Bereich, der für die Hamburger Polizei zunehmend an Bedeutung gewinnt.

Die Entscheidung zur Abschaffung der Reiterstaffel, die Ende 2027 mit dem Auslaufen des Mietvertrags für die Pferdeställe in Pinneberg wirksam wird, ist primär auf Kosten- und Personalgründe zurückzuführen. Nach Angaben eines Polizeisprechers erhofft sich die Hamburger Polizei dadurch Einsparungen von 1,1 Millionen Euro. Polizeipräsident Falk Schnabel betonte, dass alle Bereiche der Polizei regelmäßig auf ihre Effizienz und Relevanz für zukünftige Aufgaben überprüft werden. Die angespannte Haushaltslage der Stadt, die trotz eines steigenden Polizeietats für 2027 zu weitreichenden Sparmaßnahmen zwingt, spielt hierbei eine entscheidende Rolle.

Die Geschichte der Hamburger Reiterstaffel ist von Wiederauflösung und Wiedereinführung geprägt. Bereits im Jahr 1975 wurde die Einheit aus Kostengründen einmal abgeschafft, bevor sie 2010 erneut ins Leben gerufen wurde. Die Wiedereinführung stieß damals auf geteilte Meinungen und wurde von einigen als „Prestigeprojekt“ mit fragwürdiger Effizienz kritisiert. Die aktuelle Auflösung reiht sich somit in eine längere Debatte um die Sinnhaftigkeit und Wirtschaftlichkeit des berittenen Polizeidienstes ein.

Gleichzeitig forciert die Hamburger Polizei den Ausbau ihrer Kompetenzen im Bereich der Drohnenabwehr. Diese ist ein wachsender Aufgabenbereich, in dem die Behörde bereits mit einem eigenen Luftkompetenzzentrum und 24 Drohnen für diverse Einsatzlagen ausgestattet ist. Bereits im Sommer 2025 wurde die „Task Force Drohnenabwehr“ eingerichtet, die eine bessere Vernetzung, ein abgestimmtes Lagebild und die Koordination von Detektion und Intervention zum Ziel hat.

Hamburg nimmt in der Drohnenabwehr eine Vorreiterrolle ein und ist Teil des „Norddeutschen Kompetenzclusters“, das den Austausch von Lage- und Fachinformationen sowie die gemeinsame Beschaffung und Unterstützung im Einsatzfall fördert. Zudem wurde eine Kooperation zwischen der Hamburg Port Authority, der Hamburger Polizei und Rheinmetall vereinbart, um die Drohnendetektion, insbesondere im anspruchsvollen Hafengebiet, weiterzuentwickeln. Die Reintegration der Reiterinnen und Reiter in diesen zukunftsorientierten Bereich unterstreicht den strategischen Wandel der Hamburger Polizei hin zu modernen Technologien und effizienteren Einsatzmitteln.

Symbolbild – Foto: Eddson Lens / Pexels

Geschrieben von: Redaktion

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