Hamburg Update

Zweiter Verdächtiger nach Nord-Stream-Sprengung gefasst – Prozess in Hamburg erwartet

today20. August 2026 5

Hintergrund
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Ein zweiter Verdächtiger im Zusammenhang mit der Sprengung der Nord-Stream-Pipelines ist in Kroatien festgenommen worden. Diese Festnahme, die sich am Mittwochmorgen in der Küstenstadt Pula ereignete, basiert auf einem Europäischen Haftbefehl. Es handelt sich um Wolodymyr Z., einen ukrainischen Staatsangehörigen, dem die Bundesanwaltschaft unter anderem das gemeinschaftliche Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion, verfassungsfeindliche Sabotage und die Zerstörung von Bauwerken vorwirft. Zuvor wurde bereits der mutmaßliche Anführer Serhij K. in Italien gefasst, dessen Prozess bald in Hamburg beginnen soll.

Wolodymyr Z. soll als ausgebildeter Taucher an der Anbringung von Sprengsätzen in bis zu 80 Metern Tiefe beteiligt gewesen sein. Die Festnahme in Kroatien markiert den zweiten Versuch deutscher Ermittler, ihn zur Rechenschaft zu ziehen. Bereits im Herbst 2025 wurde Z. in Polen festgenommen, doch die polnische Justiz lehnte einen deutschen Auslieferungsantrag ab, woraufhin der Ukrainer freigelassen wurde. Bei seiner aktuellen Festnahme soll Wolodymyr Z. nach Medienberichten bei Dreharbeiten zu einem fiktionalen Polit-Thriller über die Nord-Stream-Sprengung in Kroatien angetroffen worden sein. Die Bundesanwaltschaft strebt nun seine Überstellung in die Bundesrepublik an.

Der mutmaßliche Anführer der Operation, der ukrainische Staatsangehörige Serhij K., wurde bereits Ende August 2025 in Italien festgenommen. Er befand sich im Urlaub mit seiner Familie in der Nähe von Rimini an der Adria-Küste, als er auf Grundlage eines Europäischen Haftbefehls gefasst wurde. Nach mehrmonatigem Widerstand gegen seine Auslieferung wurde Serhij K. schließlich am 27. November 2025 an Deutschland überstellt und befindet sich seitdem in deutscher Untersuchungshaft. Die Bundesanwaltschaft hat am 30. Juni 2026 Anklage gegen ihn vor dem Staatsschutzsenat des Hanseatischen Oberlandesgerichts in Hamburg erhoben. Ihm werden unter anderem Kriegsverbrechen (Angriff gegen zivile Objekte), Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion und Zerstörung von Bauwerken vorgeworfen. Ein vorläufiger Termin für den Prozessbeginn in Hamburg ist der 26. Oktober 2026.

Die Ermittlungen gehen davon aus, dass ein siebenköpfiges Team, bestehend aus einem Schiffsführer, einem Sprengstoffexperten und vier Tiefseetauchern, für die Sprengungen am 26. September 2022 nahe der dänischen Insel Bornholm verantwortlich ist. Für die mutmaßliche Sabotageaktion soll die Segelyacht „Andromeda“ genutzt worden sein, die über Mittelsmänner mit gefälschten Ausweispapieren bei einem deutschen Unternehmen in Rostock gechartert wurde. Auf dem Boot wurden später DNA-Spuren, Fingerabdrücke der mutmaßlichen Saboteure sowie Reste des verwendeten militärisch verwendbaren Hochleistungssprengstoffs entdeckt. Laut Anklageschrift soll Serhij K. im Jahr 2022 Offizier der ukrainischen Armee gewesen sein und zusammen mit weiteren Militärangehörigen im Auftrag staatlicher Stellen in der Ukraine den Plan zur Zerstörung der Pipelines entwickelt haben, um Gaslieferungen zu unterbinden und Russlands Kriegsanstrengungen zu finanzieren.

Die aktuellen Festnahmen und die bevorstehende Hauptverhandlung in Hamburg sind bedeutende Schritte in der Aufklärung der folgenschweren Anschläge auf die Nord-Stream-Pipelines. Die deutschen Behörden setzen ihre Ermittlungen fort, um alle Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen und die Hintergründe der Sabotageakte vollständig aufzudecken.

Symbolbild – Foto: Diego F. Parra / Pexels

Geschrieben von: Redaktion

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