Hamburg Update

Mellingburger Schleuse: Kostenkritik der CDU

today29. Oktober 2026

Hintergrund

Die Sanierung der historischen Mellingburger Schleuse an der Alster ist abgeschlossen, doch die CDU Hamburg übt scharfe Kritik an den drastisch gestiegenen Kosten. Demnach hätten sich die Ausgaben für das Projekt vervierfacht. Die Hamburger CDU-Bezirksabgeordneten Bianca Wollenweber und Wolfgang Kühl bemängeln, dass die ursprünglich veranschlagten Kosten von rund 1,1 Millionen Euro auf inzwischen etwa 4,6 Millionen Euro angewachsen sind, was einer Steigerung von rund 300 Prozent entspricht. Diese Entwicklung werfe erhebliche Fragen zur Planung, Kostenkontrolle und Umsetzung des Bauvorhabens in Hamburg auf.

Die Kritik der CDU richtet sich nicht nur gegen die Kostenexplosion, sondern auch gegen die wiederholten Verzögerungen im Bauablauf. Ursprünglich war die Fertigstellung der Schleuse für Ende 2025 geplant, musste jedoch mehrfach verschoben werden, zuletzt auf Oktober 2026. Selbst dieser Zeitplan wurde offenbar nicht eingehalten, denn noch immer sei unklar, wann die Sanierung insgesamt tatsächlich abgeschlossen sein wird, so die CDU-Abgeordneten Ende Oktober. Ein Pressetermin des Bezirksamtes am 29. Oktober erwähnte lediglich die Fertigstellung wesentlicher Komponenten, ohne einen konkreten Termin für den vollständigen Abschluss zu nennen. Beobachtungen vor Ort zeigen zudem, dass der westliche Teil der Schleusenanlage sich noch im Rohbauzustand befindet.

Der Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer (LSBG) ist mit der Planung und Realisierung der Sanierung beauftragt. Als Gründe für die Kostensteigerungen und Verzögerungen wurden unter anderem umfangreiche Ausbesserungsarbeiten am Mauerwerk sowie größere Schäden wie Risse, Hohlräume, marode Stützbalken und stark korrodierte Stahlbauteile angeführt, die während der Arbeiten entdeckt und denkmalgerecht instand gesetzt oder erneuert werden mussten. Auch Abweichungen des vorgefundenen Bestands von den vorliegenden Plänen und die Entdeckung eingewachsener Wurzeln machten eine baubegleitende Umplanung notwendig, um einen Baustillstand zu vermeiden.

Die Mellingburger Schleuse, die einzige historische Alsterschleuse, an der die frühere Funktion noch erkennbar ist, steht als bedeutendes Kulturdenkmal unter Schutz. Bereits seit 2015 hatten der Heimatbund Lemsahl-Mellingstedt, das Hotel Mellingburger Schleuse und die CDU immer wieder auf den schlechten Zustand des Denkmals hingewiesen und eine grundlegende Sanierung gefordert. Die Untätigkeit der Stadt über Jahre hinweg hatte zur Folge, dass der Denkmalverein Hamburg die Schleusenanlage im Jahr 2022 auf seine Liste „Gefährdete Denkmäler“ setzte. Die eigentlichen Sanierungsarbeiten begannen Anfang 2025.

Die CDU-Vertreter fordern vom Bezirksamt und den zuständigen Fachbehörden eine transparente Darstellung der Ursachen für die erheblichen Kostensteigerungen und Verzögerungen. Zudem wird ein verbindlicher Zeitplan für den vollständigen Abschluss der Sanierung sowie konkrete Angaben zur Planung und Umsetzung der Fischaufstiegsanlagen an der Mellingburger und der Wohldorfer Schleuse erwartet, da diese gemäß EU-Vorgaben bis Ende 2027 fertiggestellt sein müssen. Die Redaktion von RADIO REEPERBAHN Hamburg wird die weitere Entwicklung aufmerksam verfolgen.

Hinweis: Das Bild zu diesem Beitrag kann KI-generiert sein.

Hinweis: Bei der Bearbeitung dieses Beitrags kann Künstliche Intelligenz zum Einsatz gekommen sein.

Geschrieben von: Redaktion

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