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König Charles III. erkennt Leid der Sklaverei an

today28. Oktober 2026

Hintergrund

König Charles III. hat auf seiner jüngsten Karibikreise das „große Leid“ und die Ungerechtigkeiten der Sklaverei anerkannt, die durch die Verschleppung von Millionen Afrikanern auf englischen Schiffen verursacht wurden. Diese Erklärung, abgegeben auf den Bahamas, kommt vor dem Hintergrund langjähriger Forderungen karibischer Staaten nach einer Aufarbeitung und Wiedergutmachung. Der britische Monarch hat jedoch keine formelle Entschuldigung oder Reparationszahlungen zugesagt, was die komplexe Debatte um das koloniale Erbe weiter befeuert.

Die Forderungen nach Wiedergutmachung sind in der Karibik seit Langem präsent und haben sich in den letzten Jahren intensiviert. Länder wie Jamaika, Guyana und die Bahamas drängen aktiv auf eine Anerkennung des historischen Unrechts und finanzielle Entschädigungen. Die britische Krone und das Empire profitierten über Jahrhunderte massiv vom transatlantischen Sklavenhandel, der schätzungsweise drei Millionen Afrikaner in die Karibik sowie nach Nord- und Südamerika brachte. Dies hat zu einer tiefen Verwurzelung von Armut, Unterentwicklung und mangelnder Technologie in den betroffenen Regionen geführt, wie Experten betonen.

König Charles III. hat zwar das Leid anerkannt, vermeidet es aber, eine formelle Entschuldigung auszusprechen oder finanzielle Entschädigungen in Aussicht zu stellen. Diese Haltung entspricht der Linie der britischen Regierung, die Reparationszahlungen bislang ablehnt und die Frage als Angelegenheit der Regierungen und nicht der Monarchie betrachtet. Schon als Prinz hatte Charles in der Vergangenheit sein „tiefes, persönliches Schmerzgefühl“ über das Leid der Sklaverei geäußert und erstmals eine Aufarbeitung der historischen Verbindungen des Königshauses zur Sklaverei gestattet, indem er Zugang zu den königlichen Archiven für wissenschaftliche Untersuchungen ermöglichte. Seine aktuelle Reise wird als Gelegenheit gesehen, innerhalb des Commonwealth über diese wichtigen Fragen zu sprechen.

Die Debatte über „ausgleichende Gerechtigkeit“ gewinnt auch innerhalb des Commonwealth an Bedeutung. Die 56 Mitgliedsstaaten haben sich kürzlich darauf geeinigt, Gespräche über das Erbe des Kolonialismus und des Sklavenhandels zu führen. Jamaika hat beispielsweise eine Petition an König Charles III. gerichtet, in der Reparationen in Höhe von 10 Milliarden US-Dollar gefordert werden und das britische Rechtssystem gebeten wird, die Rechtmäßigkeit der Sklaverei unter damaligem englischen Recht zu prüfen. Für viele Aktivisten und politische Vertreter reichen bloße Bedauernsbekundungen oder die Rede von „dunklen Tagen“ längst nicht mehr aus, sie fordern konkrete Schritte zur Wiedergutmachung. Schätzungen über die möglichen Gesamtkosten legitimer Reparationsforderungen reichen von Hunderten von Milliarden bis zu Billionen Pfund.

Diese globalen Entwicklungen und die anhaltende Forderung nach historischer Gerechtigkeit finden auch in einer weltoffenen Stadt wie Hamburg Resonanz. Als Redakteure bei RADIO REEPERBAHN Hamburg verfolgen wir diese Diskussionen genau, da sie wichtige Fragen der Vergangenheit aufwerfen, die bis in die Gegenwart reichen und Auswirkungen auf diverse Gemeinschaften weltweit haben. Die Reise des Königs und die damit verbundenen Debatten zeigen deutlich, dass die Aufarbeitung des kolonialen Erbes ein fortwährender Prozess ist, dessen Ende noch nicht absehbar ist.

Symbolbild – Foto: Mario Spencer / Pexels

Hinweis: Bei der Bearbeitung dieses Beitrags kann Künstliche Intelligenz zum Einsatz gekommen sein.

Geschrieben von: Redaktion

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