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Welternährungsprogramm kürzt Hilfslieferungen – neue Ernährungskrise in Gaza droht

today26. Oktober 2026

Hintergrund

Der Gazastreifen steht erneut vor einer dramatischen humanitären Katastrophe: Das Welternährungsprogramm (WFP) hat seine lebensnotwendigen Hilfslieferungen für die notleidende Bevölkerung massiv gekürzt. Dieser Schritt ist eine direkte Folge des erheblichen Rückgangs internationaler Spendengelder und verschärft die ohnehin fragile Lage vor Ort in beispiellosem Maße. Die Kürzungen betreffen rund ein Drittel der bisherigen Unterstützung, was eine neue Ernährungskrise befürchten lässt.

Die Auswirkungen dieser Entscheidung sind verheerend und unmittelbar spürbar für die Menschen im Gazastreifen. Etwa eine halbe Million Palästinenser wird ab diesem Monat keine monatliche Lebensmittelhilfe mehr erhalten, da das WFP seine Unterstützung von 1,6 Millionen auf 1,1 Millionen Menschen reduzieren musste. Auch diejenigen, die weiterhin versorgt werden, müssen drastische Einschnitte hinnehmen: Ihre Lebensmittelrationen wurden halbiert. Die Zahl der täglich ausgegebenen warmen Mahlzeiten wurde von 250.000 auf 150.000 reduziert, und Familien in schwer erreichbaren Gebieten erhalten warme Mahlzeiten nun nur noch jeden zweiten Tag statt täglich. Ebenso wurde die Bargeldhilfe für 75.000 Familien gekürzt. Diese Kürzungen kommen kurz vor Beginn des Winters, was die Situation zusätzlich prekär macht.

Hintergrund der drastischen Kürzungen sind erhebliche Finanzierungslücken und ein starker Rückgang der internationalen Spendengelder. Wohlhabende Länder, darunter die USA und Deutschland, haben ihre Zuwendungen für humanitäre Hilfe teilweise erheblich eingeschränkt. Das WFP selbst gab an, im Jahr 2026 weniger als die Hälfte der benötigten Mittel für seine Operationen in den palästinensischen Gebieten erhalten zu haben als in den Vorjahren. Diese Entwicklung trifft das WFP in einer Zeit, in der die globalen Herausforderungen enorm sind.

Die humanitäre Lage im Gazastreifen ist trotz einer seit Oktober 2025 geltenden Waffenruhe weiterhin äußerst angespannt. Laut Vereinten Nationen leiden rund 67 Prozent der Bevölkerung, das sind etwa 1,4 Millionen Menschen, unter akutem Hunger oder schwerer Ernährungsunsicherheit. Etwa 200.000 Menschen befinden sich in einer akuten Notlage der IPC-Stufe 4, die sofortige Hilfe erfordert, um Todesfälle durch Hunger zu verhindern. Auch wenn die IPC-Initiative aktuell keine flächendeckende Hungersnot mehr feststellt, bleibt die Bevölkerung von akuter Mangelernährung und Ernährungsunsicherheit stark betroffen. Über 80 Prozent der Menschen in Gaza sind arbeitslos, was den Kauf frischer Lebensmittel selbst bei Verfügbarkeit unmöglich macht.

Um die lebensnotwendige Hilfe im Gazastreifen und im Westjordanland für die nächsten sechs Monate (Oktober 2026 bis März 2027) fortsetzen zu können, benötigt das Welternährungsprogramm dringend 450 Millionen US-Dollar, umgerechnet rund 400 Millionen Euro. Für das gesamte Jahr 2026 hat das Programm bisher jedoch nur etwa 40 Prozent dieses Bedarfs erhalten. Diese gravierende Unterfinanzierung droht die bisherigen Anstrengungen zur Verbesserung der Ernährungssicherheit zunichtezumachen und Millionen Menschen in eine noch tiefere Krise zu stürzen. Die Nachricht von der drohenden Krise dürfte auch in Hamburg mit großer Sorge aufgenommen werden.

Hinweis: Das Bild zu diesem Beitrag kann KI-generiert sein.

Hinweis: Bei der Bearbeitung dieses Beitrags kann Künstliche Intelligenz zum Einsatz gekommen sein.

Geschrieben von: Redaktion

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