Update

Libyen bestellt US-Vertreter wegen Trumps Äußerungen ein

today26. Oktober 2026

Hintergrund

Die libysche Regierung hat den Leiter der US-Vertretung einbestellt, nachdem US-Präsident Donald Trump das nordafrikanische Land jüngst bei einer Wahlkampfveranstaltung als „terrorverseucht“ und „Dreckslochland“ bezeichnet hatte. Tripolis verurteilte die herabwürdigenden Äußerungen scharf und sprach von einer diplomatischen Eskalation. Das libysche Außenministerium bestellte am Sonntag den US-Geschäftsträger ein, um formellen Protest gegen die als „beleidigend“ empfundenen Äußerungen einzulegen.

Die Reaktionen in Libyen waren einhellig und wütend. Sowohl die rivalisierenden Verwaltungen im Osten als auch im Westen Libyens verurteilten Trumps Äußerungen scharf und lehnten es ab, Libyen in den Kontext von „Wahlkampfdebatten“ in den USA hineingezogen zu sehen. Ministerpräsident Abdul Hamid Dbeibah von der Regierung der Nationalen Einheit betonte auf Facebook, dass Libyen ein souveräner Staat sei, dessen Volk große Opfer im Kampf gegen den Terrorismus erbracht habe. Er bekräftigte die Verpflichtung Libyens zu einer Beziehung mit den Vereinigten Staaten, die auf gegenseitigem Respekt beruhe, und lehnte es ab, die Würde Libyens zum Thema von Wahlkampfdebatten zu machen. Auch der Hohe Staatsrat Libyens schloss sich der Verurteilung an und betonte in einer Mitteilung, dass die Würde einer Nation nicht an ihrem Reichtum oder ihrer militärischen Macht gemessen werde.

Einen Tag nach seinen umstrittenen Kommentaren versuchte US-Präsident Trump, die Wogen zu glätten. Auf seiner Plattform Truth Social lobte er die libysche Bevölkerung als „stolz, widerstandsfähig und gastfreundlich“, die Frieden und Wohlstand verdiene. Er bekräftigte die Verpflichtung der USA zur Stärkung der Beziehungen mit Libyen, insbesondere im Bereich der Terrorismusbekämpfung. Gleichzeitig bekräftigte er jedoch seine Forderung, dass Libyen nicht länger ein Korridor für illegale Migration sein dürfe, und betonte, dass diese Situation „jetzt beendet werden muss“.

Diese diplomatische Auseinandersetzung reiht sich ein in eine Serie ähnlicher Vorfälle, bei denen Donald Trump mit abfälligen Bemerkungen über andere Länder international für Empörung sorgte. Bereits im Januar 2018 hatte er bei einem Treffen zur Einwanderungspolitik Berichten zufolge Haiti, El Salvador und afrikanische Staaten als „Dreckslochländer“ bezeichnet. Diese früheren Äußerungen führten ebenfalls zu weltweiter Verurteilung, wobei ein Sprecher der Vereinten Nationen sie als „schockierend, beschämend“ und „rassistisch“ bezeichnete. Für unsere Hörer hier in Hamburg und für die Redaktion von RADIO REEPERBAHN ist die Entwicklung der Beziehungen zwischen den USA und Libyen vor diesem Hintergrund von besonderem Interesse.

Die aktuelle Einbestellung des US-Vertreters in Tripolis unterstreicht die Sensibilität der internationalen Beziehungen und die weitreichenden Auswirkungen, die die Rhetorik hochrangiger Staatsvertreter haben kann. Die libysche Seite forderte die Einhaltung der nationalen Souveränität und eine Abkehr von einer Rhetorik, die negative Stereotypen fördert. Die Forderung nach Respekt und gegenseitigem Verständnis bleibt ein zentraler Punkt in diesen Spannungen.

Hinweis: Das Bild zu diesem Beitrag kann KI-generiert sein.

Hinweis: Bei der Bearbeitung dieses Beitrags kann Künstliche Intelligenz zum Einsatz gekommen sein.

Geschrieben von: Redaktion

Rate it