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In einem bedeutsamen Prozess, der bald am Hanseatischen Oberlandesgericht in Hamburg beginnt, wurde die Nebenklage der Nord Stream AG und der Nord Stream 2 AG abgewiesen. Die zum russischen Staatskonzern gehörenden Aktiengesellschaften dürfen in dem Verfahren um die Anschläge auf die Nord-Stream-Gasleitungen nicht als Nebenkläger auftreten. Diese Entscheidung des 3. Strafsenats wurde am Freitag bekannt gegeben.
Der Prozess, der am 14. Oktober 2026 in Hamburg startet, dreht sich um die verheerenden Sabotageakte vom 26. September 2022. Damals detonierten Sprengsätze nahe der dänischen Insel Bornholm und beschädigten beide Stränge der Nord Stream 1 sowie einen Strang der Nord Stream 2 so schwer, dass kein Gastransport mehr möglich war. Zum Zeitpunkt der Anschläge war Nord Stream 1 bereits durch Russland außer Betrieb gesetzt worden, und Nord Stream 2 war noch nicht in Betrieb genommen worden.
Das Gericht begründete die Ablehnung der Nebenklage damit, dass keine „besonderen Gründe“ vorliegen, die eine solche Rechtfertigung erfordert hätten. Die von den Unternehmen angeführten Wiederherstellungskosten in mittleren dreistelligen Millionenbeträgen seien im Verhältnis zu den ursprünglichen Investitionskosten von 7,4 bzw. 9,5 Milliarden Euro nicht als „existentieller Schaden“ oder „wirtschaftlicher Totalschaden“ zu bewerten. Zudem seien weitergehende wirtschaftliche Folgen eher auf politische Reaktionen auf den Krieg in der Ukraine zurückzuführen und nicht direkt auf die Sprengung selbst. Der Strafprozess habe nicht die Aufgabe, eine umfassende Aufarbeitung jenseits der Schuldfrage des Angeklagten zu leisten.
Angeklagt ist der ukrainische Staatsangehörige Serhii K., der im August 2025 in Italien festgenommen und im November 2025 nach Deutschland überstellt wurde. Die Bundesanwaltschaft wirft ihm als Mittäter ein Kriegsverbrechen des Angriffs gegen zivile Objekte, das Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion, die Zerstörung von Bauwerken sowie die Störung öffentlicher Betriebe vor. Laut Anklage soll Serhii K. als Offizier der ukrainischen Armee gemeinsam mit weiteren Militärangehörigen im Auftrag staatlicher Stellen in der Ukraine die Zerstörung der Pipelines geplant und umgesetzt haben, um Gaslieferungen zu unterbinden und Russlands Kriegskassen zu schwächen. Die Ukraine bestreitet eine Beteiligung an den Anschlägen.
Es werden 16 Verhandlungstermine bis Mitte Dezember angesetzt, weitere Termine sollen Anfang 2027 folgen. Diese Entwicklungen verfolgen wir bei RADIO REEPERBAHN Hamburg aufmerksam, da der Prozess in der Hansestadt wichtige Einblicke in die Hintergründe der Sabotageakte auf die kritische Infrastruktur in der Ostsee liefern könnte.
Hinweis: Das Bild zu diesem Beitrag kann KI-generiert sein.
Hinweis: Bei der Bearbeitung dieses Beitrags kann Künstliche Intelligenz zum Einsatz gekommen sein.
Geschrieben von: Redaktion
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