Listeners:
Top-Hörer:
play_arrow
RADIO REEPERBAHN Die Hits von St. Pauli
RADIO REEPERBAHN Dance Die Dance Hits von St. Pauli
play_arrow
RADIO REEPERBAHN 80er Die 80er Hits von St. Pauli
play_arrow
RADIO REEPERBAHN Weihnachten Die Weihnachts-Hits von St. Pauli
play_arrow
RADIO REEPERBAHN Deep Die Deephouse Hits von St. Pauli
play_arrow
RADIO REEPERBAHN 90er Die 90er Hits von St. Pauli
play_arrow
RADIO REEPERBAHN Malle Die Hits von Mallorca
play_arrow
RADIO REEPERBAHN Schlager Die Schlager Hits von St. Pauli
Die ehemalige Pussy-Riot-Aktivistin Rita Flores hat schwere Vorwürfe gegen den russischen Geheimdienst FSB erhoben. Sie behauptet, dreieinhalb Jahre lang unter Zwang für den FSB gearbeitet zu haben, eine Tätigkeit, die dem Team von RADIO REEPERBAHN in Hamburg tiefe Einblicke in die Methoden zur Unterdrückung von Dissens in Russland bietet. Ihre Aussagen schildern detailliert, wie der FSB die russische Kunstszene unterwandert und sogar die Ermordung eines Freundes von ihr geplant haben soll.
Flores, deren bürgerlicher Name Margarita Konovalova ist, wurde nach eigenen Angaben im Februar 2023 rekrutiert, nachdem FSB-Beamte ihre Moskauer Wohnung durchsucht hatten. Unter Androhung der Ermordung ihrer Familie und strafrechtlicher Verfolgung wegen Social-Media-Posts über angebliche russische Kriegsverbrechen in der Ukraine, sei sie zur Zusammenarbeit gezwungen worden. Unter dem Decknamen „Harley“ sollte sie fortan Profile über zeitgenössische Künstler und politische Dissidenten erstellen, darunter Mitglieder von Pussy Riot, Philippenzo und den Performancekünstler Pavel Krisevich. Die gesammelten Informationen umfassten demnach auch private Details über deren Umfeld, Gewohnheiten und Schwachstellen, die als Druckmittel oder zur Erpressung genutzt werden könnten.
Der schwerwiegendste Auftrag erreichte Flores Mitte 2025, als der FSB sie anweisen wollte, ihren Ex-Freund und ebenfalls ehemaligen Pussy-Riot-Aktivisten Pyotr Verzilov in ein Café in Serbien zu locken. Dort sollte er von verdeckten FSB-Agenten entführt und ermordet werden. Für ihre Beteiligung an diesem Attentatsplan wurden ihr drei Millionen Rubel in Aussicht gestellt. Flores weigerte sich jedoch, diesen Plan umzusetzen, gewann Zeit und suchte die Hilfe des Menschenrechtsanwalts Dmitry Zakhvatov.
Mitte August 2026 gelang Flores mit Unterstützung des Geschäftsmanns Leonid Nevzlin die Flucht aus Russland. Sie kontaktierte im Anschluss Personen, über die sie Informationen weitergegeben hatte, um sich zu erklären. Pavel Krisevich, der von ihren FSB-Verbindungen erst durch ihr Interview erfuhr, hat ihr nach eigenen Angaben bereits verziehen. Flores ist überzeugt, dass die Rekrutierung von Künstlern und Aktivisten durch den FSB ein „Massenphänomen“ darstellt und möchte anderen in ähnlichen Situationen beistehen. Obwohl unabhängige Bestätigungen aller Details schwierig sind, passen ihre Schilderungen zu dokumentierten Mustern der russischen Behörden, vage formulierte Anti-Terror-Gesetze zur Unterdrück von Dissens zu nutzen und die Kunst- und Kulturszene zu unterwandern. Die erschütternden Berichte der Ex-Aktivistin geben der Öffentlichkeit in der Hansestadt Hamburg und darüber hinaus wichtige Einblicke in die weitreichenden und skrupellosen Methoden russischer Geheimdienste.
Symbolbild – Foto: Rangga Aditya / Pexels
Hinweis: Bei der Bearbeitung dieses Beitrags kann Künstliche Intelligenz zum Einsatz gekommen sein.
Geschrieben von: Redaktion
© 2026 Copyright Eyecansee Communications GmbH & Co. KG