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Jede zweite Notaufnahme überlastet

today23. September 2026

Hintergrund
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Jede zweite Notaufnahme in Deutschland ist überlastet, eine Situation, die Berichten zufolge eine wachsende Herausforderung für das gesamte Gesundheitssystem darstellt. Eine aktuelle Umfrage der Deutschen Gesellschaft für Notfallmedizin (DGINA) unterstreicht die Dramatik: Am Stichtag 2. Juni 2026 meldeten 45 Prozent der befragten Notaufnahmen, überbelegt und überlastet gewesen zu sein. Diese angespannte Lage hat sich in den letzten zwölf Monaten für rund die Hälfte der Notaufnahmen noch weiter verschärft. Die Überlastung ist teilweise so gravierend, dass die Patientensicherheit gefährdet ist, wobei 13,7 Prozent der Notaufnahmen eine schwerwiegende oder gar kritische Überlastung angaben, bei der eine individualmedizinische Versorgung nicht mehr vollumfänglich möglich war.

Hauptursächlich für die prekäre Situation ist der sogenannte „Exit Block“ oder die „Abflussblockade“: 60,6 Prozent der Kliniken berichteten, dass Patientinnen und Patienten nach Abschluss ihrer Akutbehandlung in der Notaufnahme nicht auf reguläre Stationen verlegt werden können, weil dort schlichtweg keine Betten frei sind. Ergänzend dazu verschärft der eklatante Personalmangel die Krise; fast zwei Drittel der Krankenhäuser meldeten unbesetzte Stellen im ärztlichen Dienst und in der Pflege ihrer Notaufnahmen, während nur knapp ein Drittel die Personalausstattung als ausreichend bewertete.

Hinzu kommt eine stetig steigende Patientenzahl. Im Jahr 2024 wurden bundesweit rund 13 Millionen Menschen in Notaufnahmen behandelt – ein Rekordwert seit 2018 und ein Anstieg von fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr. Ein weiterer Faktor ist die Inanspruchnahme der Notaufnahmen durch Patientinnen und Patienten, deren Beschwerden eigentlich im ambulanten Bereich behandelt werden könnten. Eine Forsa-Umfrage aus dem Jahr 2025 zeigte, dass 41 Prozent der Menschen direkt die Notaufnahme aufsuchen, ohne zuvor eine medizinische Ersteinschätzung einzuholen. Gründe hierfür sind unter anderem die Schwierigkeit, einen Arzttermin zu bekommen, oder die Angst vor einer lebensbedrohlichen Erkrankung. Auch der demografische Wandel mit einer alternden Bevölkerung und komplexeren medizinischen Bedürfnissen trägt zur Belastung bei.

Die Konsequenzen dieser Überlastung sind weitreichend und besorgniserregend. Notfallmediziner warnen eindringlich vor der Gefährdung der Patientensicherheit, da in überfüllten Notaufnahmen die Qualität der Versorgung leidet und dringend notwendige Behandlungen sich verzögern können. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer in Notaufnahmen liegt bei 216 Minuten, 22 Minuten länger als vor der Pandemie. Das Personal ist überarbeitet und die Stimmung ist schlecht, da die Arbeitsbedingungen zunehmend als belastend empfunden werden. Immer wieder sehen sich Krankenhäuser gezwungen, ihre Notaufnahmen aufgrund von Kapazitätsengpässen vorübergehend abzumelden.

Die Bundesregierung hat die Dringlichkeit der Lage erkannt und einen Gesetzentwurf zur Reform der Notfallversorgung auf den Weg gebracht, der vom Kabinett bereits gebilligt wurde und im Bundestag weiter beraten wird. Ein zentrales Element der Reform ist die geplante Einrichtung sogenannter Integrierter Notfallzentren (INZ) an ausgewählten Krankenhäusern. Diese sollen eine zentrale Ersteinschätzungsstelle, eine Notdienstpraxis und die Notaufnahme vereinen, um eine bessere Steuerung der Patientinnen und Patienten in die richtige Versorgungsebene zu gewährleisten. Zudem sollen die telefonischen Anlaufstellen 116117 und 112 digital miteinander vernetzt werden, um Fehlsteuerungen zu minimieren und die Notaufnahmen zu entlasten.

Hinweis: Das Bild zu diesem Beitrag kann KI-generiert sein.

Hinweis: Bei der Bearbeitung dieses Beitrags kann Künstliche Intelligenz zum Einsatz gekommen sein.

Geschrieben von: Redaktion

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