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Gasversorgungslage vor dem Winter angespannt

today23. September 2026

Hintergrund
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Die Gasversorgungslage in Deutschland vor der Heizsaison 2026/2027 bleibt angespannt und gibt Anlass zur Sorge, insbesondere aufgrund niedriger Füllstände der Gasspeicher. Aktuelle Daten der Bundesnetzagentur zeigen, dass die deutschen Gasspeicher zum 5. September 2026 lediglich zu 54,2 Prozent gefüllt waren. Dieser Wert stieg bis zum 10. September leicht auf 55,16 Prozent und erreichte am 19. September 2026 einen Stand von 56,6 Prozent. Dies stellt den niedrigsten Stand zu dieser Jahreszeit seit Beginn der Aufzeichnungen vor 15 Jahren dar und liegt deutlich unter den Werten des Vorjahres, als die Speicher Anfang September bei 71 Prozent lagen.

Die gesetzliche Vorgabe der Gasspeicherfüllstandsverordnung sieht vor, dass die meisten Speicheranlagen bis zum 1. November einen Füllstand von 80 Prozent erreichen sollen, für einige spezifische Anlagen liegt das Ziel bei 45 Prozent. Nach Einschätzung von Klaus Müller, dem Chef der Bundesnetzagentur, ist der 80-Prozent-Zielwert bis zum Stichtag nicht mehr erreichbar. Das derzeitige Einspeichertempo von rund 0,1 bis 0,16 Prozentpunkten pro Tag würde Deutschland rechnerisch bei etwa 67 Prozent zum 1. November landen lassen. Die Initiative Energien Speichern (INES) hält zwar einen Füllstand von 76 bis 77 Prozent technisch noch für machbar, sofern die gebuchten Kapazitäten vollständig genutzt werden, doch bestehen Zweifel, ob Händler Gas zu den aktuell hohen Preisen einlagern werden. Ein Füllstand von rund 77 Prozent zum 1. November wäre laut INES-Szenarien für einen normalen Winter ausreichend, könnte jedoch bei extrem kalten Temperaturen wie im Winter 2010 zu Versorgungsengpässen führen.

Trotz der niedrigen Füllstände bewertet die Bundesnetzagentur die aktuelle Versorgungslage als stabil und die Gefahr einer angespannten Gasversorgung als gering. Sie betont, dass die Versorgungssicherheit ein komplexes Zusammenspiel aus Speicherfüllständen, laufenden Pipelineimporten, LNG-Lieferungen, der verfügbaren Infrastruktur, der Nachfrage sowie dem europäischen Gasverbund ist. Deutschland hat seine Importmöglichkeiten diversifiziert und verfügt über vier Flüssiggasterminals, die Gas aus Norwegen, Belgien, den Niederlanden und Frankreich beziehen können. Zudem hat Trading Hub Europe (THE) zur weiteren Absicherung sogenannte Long-Term-Options (LTOs) für das erste Quartal 2027 ausgeschrieben, um Gas bei Bedarf abrufen zu können und den sicheren Netzbetrieb zu gewährleisten.

Die künftige Preisentwicklung in Deutschland wird jedoch stark von geopolitischen Faktoren beeinflusst. Die Gas-Börsenpreise sind aufgrund des Iran-Kriegs erheblich gestiegen, wobei der Spotpreis THE am 18. September 2026 bei sehr hohen 80,0 €/MWh lag. Auch die Terminpreise zeigen sich dynamisch, und Verivox prognostiziert bis zum Jahreswechsel 10 bis 20 Prozent höhere Gaspreise. Der Krieg und die Blockade der Straße von Hormus, einer entscheidenden Schifffahrtsroute für Flüssigerdgas, sowie Schäden an der Gasinfrastruktur im Nahen Osten, treiben die Preise in die Höhe und erschweren die Befüllung der Speicher. Der durchschnittliche Gaspreis für deutsche Haushalte lag im August 2026 bei 11,93 Cent/kWh.

Experten sind sich einig, dass nicht allein der Speicherfüllstand über die Versorgungssicherheit entscheidet, sondern das Zusammenspiel verschiedener Faktoren wie LNG-Verfügbarkeit, Pipelineimporte, Gaspreise, Verbrauch und die Wetterlage. Der Spitzenverband der Wohnungswirtschaft (GdW) warnte angesichts der historisch niedrigen Füllstände im August 2026 vor Risiken für Millionen Mieterhaushalte, insbesondere bei länger anhaltenden Kältephasen. Die Bundesnetzagentur beobachtet die Lage fortlaufend, rät Verbrauchern aber weiterhin zu einem sparsamen Umgang mit Gas angesichts des erhöhten Preisniveaus. Es bleibt eine zentrale Herausforderung, die Speicher ausreichend zu befüllen, um Deutschland mit einem komfortableren Sicherheitspuffer in die bevorstehende Heizperiode zu schicken.

Hinweis: Das Bild zu diesem Beitrag kann KI-generiert sein.

Hinweis: Bei der Bearbeitung dieses Beitrags kann Künstliche Intelligenz zum Einsatz gekommen sein.

Geschrieben von: Redaktion

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