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Ein venezolanischer Lieferfahrer wurde in Texas von einem ICE-Agenten angeschossen und schwer verletzt. Bei dem Vorfall am Sonntag, dem 20. September 2026, in Austin, Texas, wurde der 28-jährige Wilber Rafael Garcés Pérez getroffen, während er für den Essenslieferdienst DoorDash unterwegs war. Er kam mit einer Kugel im Körper zunächst in ein Abschiebezentrum, liegt nun aber wieder im Krankenhaus.
Die Kugel, die Garcés Pérez im Rücken traf, befindet sich laut seinen Anwälten und seiner eigenen Aussage nahe der Wirbelsäule und konnte aufgrund der heiklen Position nicht entfernt werden. Nach der Schussverletzung wurde er von einem Krankenhaus in Austin in das South Texas ICE Processing Center in Pearsall, etwa 200 Kilometer südwestlich von Austin, verlegt. Dort berichtete er, starke Schmerzen zu haben und keine angemessene medizinische Versorgung oder Schmerzmittel zu erhalten, wobei er auf dem Boden eines kalten Raumes schlafen musste. Später musste er aufgrund einer auftretenden linksseitigen Lähmung in ein anderes Krankenhaus verlegt werden.
Nach Angaben von Garcés Pérez‘ Anwältin, Kate Lincoln-Goldfinch, wurde sein Fahrzeug von einem unmarkierten SUV zweimal gerammt, bevor er realisierte, dass es sich um ICE-Agenten handelte und diese Blaulicht und Sirene einschalteten. Er habe gefragt, ob er an einem sichereren Ort anhalten könne, bevor ein Agent ohne weitere Vorwarnung auf ihn schoss. Online veröffentlichte Videos sollen zeigen, wie ein ICE-Beamter aus seinem Fahrzeug steigt und dreimal auf Garcés Pérez‘ Auto schießt. Das Department of Homeland Security (DHS), dem ICE untersteht, erklärte hingegen, Garcés Pérez sei „illegal unter der Biden-Regierung in unser Land eingereist und hatte eine endgültige Ausweisungsverfügung“. Seine Anwälte bestreiten dies und geben an, er sei 2024 legal über das CBP One Programm eingereist, habe Asyl beantragt und über eine gültige Arbeitserlaubnis verfügt. Eine Abschiebeanordnung sei ergangen, weil eine Gerichtsanhörung aufgrund einer falschen Adresse verpasst wurde.
Der Vorfall in Austin ereignete sich inmitten einer verstärkten Einwanderungskontrolle durch ICE in Texas und landesweit. Im Juli und August dieses Jahres verzeichnete die Behörde monatlich über 50.000 Verhaftungen, ein Rekordwert. Bürgermeister Kirk Watson von Austin und andere Stadtvertreter äußerten sich wütend über den Vorfall und forderten eine Untersuchung unter Beteiligung lokaler und staatlicher Behörden, da sie ein Misstrauen gegenüber ICE hegten. Die örtliche Polizei von Austin war an der Operation oder dem Schusswechsel nicht beteiligt, traf aber später am Tatort ein, um Erste Hilfe zu leisten.
Die Ermittlungen zu dem Vorfall werden von Homeland Security Investigations, einer Abteilung von ICE, mit Unterstützung des FBI durchgeführt. Der beteiligte ICE-Agent wurde standardmäßig beurlaubt. Es gibt Forderungen nach Transparenz, einschließlich der Veröffentlichung von Körperkameraaufnahmen der beteiligten Beamten. Dieser Vorfall ist der jüngste in einer Reihe von Schusswechseln mit ICE-Agenten, die seit Beginn der zweiten Amtszeit von Präsident Donald Trump vermehrt aufgetreten sind und teils tödlich endeten. Demokratische Abgeordnete drängen zudem auf ein Gesetz, den „Make ICE Pay Act“, das fast 140 Milliarden Dollar, die zuvor für ICE und CBP bereitgestellt wurden, für Programme in Gemeinden umleiten würde, die von Einwanderungsmaßnahmen betroffen sind.
Symbolbild – Foto: Ana Master / Pexels
Hinweis: Bei der Bearbeitung dieses Beitrags kann Künstliche Intelligenz zum Einsatz gekommen sein.
Geschrieben von: Redaktion
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