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Die Gewerkschaft ver.di und der Handelsverband Nord haben sich auf einen neuen Tarifabschluss für den Hamburger Einzel- und Versandhandel geeinigt, der mehr Geld für die rund 90.000 Beschäftigten in der Hansestadt vorsieht. Die Einigung, die am heutigen Dienstag, den 22. September 2026, erzielt wurde, hebt auch den tariflichen Mindestlohn deutlich an und bringt nach langen Verhandlungen spürbare Verbesserungen für die Angestellten in der Branche.
Konkret sieht der neue Tarifvertrag eine Entgeltsteigerung in zwei Stufen vor. Rückwirkend zum 1. August 2026 erhalten die Beschäftigten drei Prozent mehr Lohn, gefolgt von einer weiteren Erhöhung um zwei Prozent ab dem 1. Mai 2027. Besondere Aufmerksamkeit gilt dabei den unteren Entgeltgruppen und der Ausbildungsvergütung, wo eine überproportionale Anhebung erreicht werden konnte. Der tarifliche Mindestlohn steigt ebenfalls in zwei Schritten: auf 14,20 Euro pro Stunde rückwirkend ab August 2026 und weiter auf 14,90 Euro pro Stunde ab Mai 2027. Die Laufzeit des neuen Tarifvertrags beträgt 25 Monate.
Dem Abschluss gingen vier zähe Verhandlungsrunden und zahlreiche Warnstreiks voraus, mit denen die Beschäftigten den Druck auf die Arbeitgeberseite erhöhten. Ursprünglich hatte ver.di für die Hamburger Einzel- und Versandhandelsbeschäftigten eine tabellenwirksame Entgelterhöhung von sieben Prozent, mindestens aber 225 Euro monatlich, gefordert. Zudem sollte ein rentenfestes Mindesteinkommen von 14,90 Euro pro Stunde sowie eine Erhöhung der Ausbildungsvergütungen um 150 Euro erreicht werden, bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Die Arbeitgeber hatten im Mai 2026 ein Angebot von insgesamt 3,5 Prozent in zwei Stufen über 24 Monate unterbreitet, beginnend mit sechs Nullmonaten.
Heike Lattekamp, ver.di-Verhandlungsführerin im Handel, betonte die Schwierigkeit der Gespräche und hob hervor, dass erst der Druck aus den Betrieben Bewegung in die Tarifrunde gebracht habe. Auch Andrea Gerspacher, Mitglied der ver.di-Tarifkommission und Mitarbeiterin bei Otto, unterstrich, dass das Ergebnis nicht selbstverständlich sei, sondern hart erarbeitet werden musste. Sie betonte, dass die Kolleginnen und Kollegen durch ihre Beteiligung und ihren Kampfgeist maßgeblich zum Erfolg beigetragen hätten.
Der Hamburger Tarifabschluss reiht sich ein in eine Serie ähnlicher Vereinbarungen, die ver.di zuvor bereits in anderen Regionen Deutschlands, wie Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg, Bayern, Niedersachsen-Bremen, Hessen und Rheinland-Pfalz, erzielt hat. Auch dort wurden in der Regel Entgeltsteigerungen von drei Prozent ab August 2026 und weiteren zwei Prozent ab Mai 2027 bei einer Laufzeit von 25 Monaten sowie die Anhebung des tariflichen Mindestlohns auf 14,20 Euro bzw. 14,90 Euro vereinbart. Diese bundesweiten Abschlüsse unterstreichen die konzertierten Anstrengungen der Gewerkschaft, angesichts steigender Lebenshaltungskosten für spürbare Einkommensverbesserungen im Einzelhandel zu sorgen.
Hinweis: Das Bild zu diesem Beitrag kann KI-generiert sein.
Hinweis: Bei der Bearbeitung dieses Beitrags kann Künstliche Intelligenz zum Einsatz gekommen sein.
Geschrieben von: Redaktion
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