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Schulbegleitung: Senatorin trifft Kritiker in Hamburg

today17. September 2026 8

Hintergrund
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Schulbegleitung: Hamburger Senatorin im Austausch mit Kritikern nach Petition

Hamburg sucht weiterhin nach Lösungen für das umstrittene Thema der Schulbegleitung, nachdem Schulsenatorin Ksenija Bekeris sich mit Kritikern an einen Tisch gesetzt hat. Diesem Treffen vorausgegangen war die Übergabe einer Petition mit fast 90.000 Unterschriften, die sich gegen geplante Kürzungen in diesem Bereich richtet. Die Hansestadt ist mit der Herausforderung konfrontiert, steigende Kosten und eine wachsende Nachfrage nach Schulbegleitung mit dem Anspruch auf individuelle Förderung in Einklang zu bringen.

Die Kontroverse entzündet sich an einer von der Schulbehörde beschlossenen Neuorganisation der Schulbegleitung, die zum Schuljahr 2026/27 in Kraft treten soll. Kritiker befürchten, dass künftig weniger pädagogische Fachkräfte zum Einsatz kommen und stattdessen vermehrt Teilnehmer am Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ) diese Aufgaben übernehmen sollen. Zudem sollen sogenannte „Poollösungen“ Einzelfallhilfen teilweise ersetzen, was bedeutet, dass eine Schulbegleitung unter Umständen mehrere Kinder gleichzeitig betreuen könnte. Auch strengere Bewilligungskriterien und die Möglichkeit, dass Kinder mit bestimmten sonderpädagogischen Förderbedarfen wie Lernen, Sprache sowie emotionaler und sozialer Entwicklung im ersten Jahr gar keine Schulbegleitung mehr erhalten könnten, sorgen für große Besorgnis.

Die Schulbehörde begründet die geplanten Änderungen mit einem erheblichen Anstieg der Fallzahlen und der damit verbundenen Kosten. Nach Behördenangaben stiegen die Ausgaben für Schulbegleitung von 6,75 Millionen Euro im Jahr 2014 auf rund 42,15 Millionen Euro im vergangenen Jahr (2025), wobei für 2027 sogar 44 Millionen Euro eingeplant sind. Die Zahl der bewilligten Schulbegleitungen erhöhte sich im selben Zeitraum von etwa 460 im Schuljahr 2011/12 auf rund 4.000 im Schuljahr 2025/26. Schulsenatorin Ksenija Bekeris (SPD) weist den Vorwurf pauschaler Kürzungen entschieden zurück und betont, dass Inklusion an Hamburgs Schulen nicht zur Debatte stehe. Der individuelle Unterstützungsbedarf jedes Kindes bleibe maßgeblich, man entwickle lediglich das Bewilligungsverfahren weiter, um Entscheidungen transparenter und bedarfsgerechter zu gestalten. Fehler in der Kommunikation räumte die Senatorin jedoch im August 2026 ein.

Die geplanten Änderungen haben bereits breiten Protest hervorgerufen. Bereits am 1. Juli 2026 demonstrierten rund 1.000 Menschen am Jungfernstieg unter dem Motto „Hände weg von der Schulbegleitung“ gegen die Vorhaben des Hamburger Senats. Kritiker wie die Elternkammer, der Sozialverband Hamburg, die Lehrergewerkschaft GEW und diverse Vereine für Menschen mit Behinderung sehen durch die neuen Regelungen bereits massive Versorgungslücken und befürchten, dass Kinder nicht mehr regulär am Schulunterricht teilnehmen können. Die Behörde selbst verzeichnete bereits bis zum 20. August 2026 rund 1.500 Hinweise, Beschwerden und E-Mails bezüglich der Neuordnung der Schulbegleitung.

Die Übergabe der von Nicole Singh initiierten Online-Petition mit über 88.000 Unterschriften an Schulsenatorin Bekeris verdeutlicht den anhaltenden Druck auf die Politik, die Bedenken der Betroffenen ernst zu nehmen. Während die Schulbehörde die Weiterentwicklung des Verfahrens als notwendig erachtet, fordern Eltern, Verbände und Lehrkräfte weiterhin eine verlässliche Finanzierung und den Erhalt der individuellen Unterstützung für Inklusionskinder. Die Suche nach einer für alle Seiten tragfähigen Lösung bleibt somit ein zentrales Thema in der Hamburger Bildungspolitik.

Hinweis: Das Bild zu diesem Beitrag kann KI-generiert sein.

Hinweis: Bei der Bearbeitung dieses Beitrags kann Künstliche Intelligenz zum Einsatz gekommen sein.

Geschrieben von: Redaktion

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