Hamburg Update

Hamburg Standard als Vorbild für Wohnungsbau

today17. September 2026 8

Hintergrund
share close

Hamburgs „Hamburg Standard“ rückt als potenzielles Bundesmodell für kostengünstigeren Wohnungsbau in den Fokus. Am heutigen Donnerstag, dem 17. September 2026, besuchte Bundesbauministerin Verena Ute Hubertz (SPD) ein konkretes Projekt in Hamburg-Wandsbek, genauer gesagt im Stadtteil Marienthal, um sich vor Ort ein umfassendes Bild von der Umsetzung dieses innovativen Ansatzes zu machen. Der „Hamburg Standard“ soll dazu beitragen, dringend benötigten Wohnraum zu schaffen, indem er die Baukosten signifikant senkt und so bezahlbares Wohnen ermöglicht.

Die „Initiative kostenreduziertes Bauen“, die im Mai 2024 von der Hamburger Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen ins Leben gerufen wurde, ist die Grundlage für den „Hamburg Standard“. Ziel ist es, die Baukosten im Wohnungsneubau um bis zu einem Drittel zu reduzieren. Studien zeigen, dass Einsparungen von bis zu 2.000 Euro brutto pro Quadratmeter Wohnfläche möglich sind, wodurch hochwertige Wohnungen für etwa 3.000 Euro brutto pro Quadratmeter realisierbar werden sollen. Dies wird durch bedarfsgerechtere Planung, effizientere Managementprozesse und schnellere Genehmigungsverfahren erreicht. Der „Hamburg Standard“ umfasst einen Katalog von 65 spezifischen Maßnahmen und 20 weiteren Empfehlungen, die unter anderem Energieparameter, Materialien und Genehmigungsverfahren betreffen. Er verzichtet darauf, Bauvorschriften zu ändern, sondern schafft stattdessen einen praxisorientierten Rahmen, der technische und prozessuale Aspekte berücksichtigt.

Ein wichtiges Pilotprojekt, das den „Hamburg Standard“ in der Praxis erprobt, ist das „Morellenquartier“ in Hamburg-Marienthal. Dort entsteht ein Vorhaben der HANSA Baugenossenschaft mit 90 geförderten Mietwohnungen in sechs neuen Gebäuden. Die Grundsteinlegung für dieses genossenschaftliche Pilotprojekt erfolgte am 8. Juni 2026, mit einer geplanten Fertigstellung im März 2027. Neben dem „Morellenquartier“ wurden zusätzlich 13 weitere Pilotprojekte in allen Hamburger Bezirken mit insgesamt rund 1.200 neuen Wohnungen ausgewählt, um den Ansatz der kostenreduzierten Bauweise weiter zu erproben und für zukünftige Bauvorhaben Erkenntnisse zu gewinnen. Bereits im Wilhelmsburger Rathausviertel wurden erste Nachbarschaften nach diesen Richtlinien umgesetzt.

Die Bemühungen Hamburgs finden auch auf Bundesebene Beachtung. Bundesbauministerin Verena Ute Hubertz, die seit Mai 2025 im Amt ist, war zu Gast bei der 149. Bauministerkonferenz am 11. September 2026 in Berlin. Dort wurde intensiv über bezahlbares Bauen und Wohnen beraten und eine gemeinsame Bund-Länder-Vereinbarung zur Plattform „Kostenreduziertes Bauen“ unterzeichnet. Ziel dieser Plattform ist es, Leuchtturmprojekte wie den „Hamburg Standard“ sichtbarer zu machen und deren Ansätze möglicherweise als Bundesmodell zu übernehmen, um die landesweiten Herausforderungen im Wohnungsbau zu meistern und Baukosten zu senken.

Hinweis: Das Bild zu diesem Beitrag kann KI-generiert sein.

Hinweis: Bei der Bearbeitung dieses Beitrags kann Künstliche Intelligenz zum Einsatz gekommen sein.

Geschrieben von: Redaktion

Rate it

Beitrags-Kommentare (0)

Hinterlassen Sie eine Antwort