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Ein schreckliches Verbrechen erschüttert Barmbek-Süd: Ein 34-jähriger Mann soll seine Frau in der gemeinsamen Wohnung erwürgt haben. Nach der Tat stellte sich der Mann selbst der Polizei. Die genauen Umstände und Motive der Tat sind Gegenstand der laufenden Ermittlungen, doch der Fall reiht sich ein in eine besorgniserregende Statistik sogenannter Femizide.
Als Femizid wird die geschlechtsspezifische Tötung von Frauen und Mädchen verstanden, oft motiviert durch patriarchales Besitzdenken und hierarchische Geschlechterverhältnisse. In Deutschland wird fast jeden Tag eine Frau oder ein Mädchen aufgrund ihres Geschlechts getötet. Allein im Jahr 2024 wurden hierzulande 132 Frauen von ihrem (Ex-)Partner ermordet. Das Bundeskriminalamt (BKA) stellte 2024 zudem einen Anstieg frauenfeindlicher Straftaten fest.
Die Situation in Hamburg spiegelt diese bundesweiten Entwicklungen wider. Mehr als 3.200 Frauen wurden im vergangenen Jahr in Hamburg Opfer häuslicher Gewalt, wobei die Dunkelziffer weitaus höher liegen dürfte. Im Jahr 2024 verzeichnete die Hansestadt 4.695 Fälle vorsätzlicher Körperverletzung in Partnerschaften; in rund 70 Prozent dieser Fälle waren Frauen die Opfer. Polizeilichen Kriminalstatistiken zufolge waren in Hamburg im Jahr 2023 insgesamt 3.597 Fälle von Partnergewalt bekannt, mit 2.740 weiblichen Opfern. Die Zahl der Frauen, die von ihrem (Ex-)Partner schwer oder gefährlich verletzt wurden, ist im Vergleich zu 2023 in Hamburg angestiegen.
Rechtlich wird zwischen Mord (§ 211 StGB) und Totschlag (§ 212 StGB) unterschieden. Während Mord mit einer lebenslangen Freiheitsstrafe geahndet wird, sieht das Strafgesetzbuch für Totschlag eine Freiheitsstrafe von mindestens fünf Jahren vor, wobei in besonders schweren Fällen auch hier eine lebenslange Haftstrafe verhängt werden kann. Die Klassifizierung hängt von spezifischen „Mordmerkmalen“ ab, deren Fehlen zur Einordnung als Totschlag führt.
Um der wachsenden Gewalt gegen Frauen entgegenzuwirken, existieren verschiedene Initiativen und Hilfsangebote. In Hamburg engagieren sich Projekte wie „StoP – Stadtteile ohne Partnergewalt“ in verschiedenen Stadtteilen, darunter Barmbek-Nord, um Anwohner für das Thema zu sensibilisieren und einzugreifen. Zudem bietet „Patchwork Hamburg“ eine Anlaufstelle für Frauen in der Metropolregion, die von häuslicher Gewalt oder Stalking betroffen sind, mit parteiischer, anonymer und kostenfreier Beratung. Die 2017 in Deutschland ratifizierte Istanbul-Konvention und das in Umsetzung befindliche Gewalthilfegesetz 2025 bis 2032 sollen den Schutz von Frauen und Mädchen vor Gewalt weiter verbessern.
Symbolbild – Foto: Darya Sannikova / Pexels
Hinweis: Bei der Bearbeitung dieses Beitrags kann Künstliche Intelligenz zum Einsatz gekommen sein.
Geschrieben von: Redaktion
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