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PISA-Ergebnisse lösen Forderungen nach Bildungsreformen aus

today10. September 2026 7

Hintergrund
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Hamburg – Die jüngsten Ergebnisse der internationalen Schulleistungsstudie PISA 2025, die im September 2026 veröffentlicht wurden, zeichnen ein alarmierendes Bild der deutschen Bildungslandschaft. Die Leistungen deutscher Schülerinnen und Schüler haben einen „historischen Tiefstand“ erreicht und liegen in allen drei Kernbereichen – Naturwissenschaften, Lesen und Mathematik – lediglich auf dem OECD-Durchschnittsniveau. Insbesondere in Mathematik sanken die Werte gegenüber PISA 2022 um elf Punkte, im Lesen sogar um 15 Punkte. Dieser Abwärtstrend setzt sich seit rund einem Jahrzehnt fort und erreicht nun die niedrigsten Kompetenzwerte seit Beginn der PISA-Erhebungen im Jahr 2000.

Die detaillierte Auswertung zeigt, dass etwa ein Drittel der Jugendlichen in Deutschland nicht mehr die für eine erfolgreiche Teilhabe an Ausbildung, Beruf und Gesellschaft entscheidenden Basiskompetenzen in Lesen und Mathematik erreichen. In den Naturwissenschaften trifft dies auf rund ein Viertel der Schüler zu. Besorgniserregend ist auch, dass der Anteil der leistungsstärksten Schülerinnen und Schüler, die die Kompetenzstufen 5 oder 6 erreichen, in allen drei Bereichen unter zehn Prozent gesunken ist. Gleichzeitig haben sich die Kompetenzunterschiede zwischen sozial benachteiligten und privilegierten Schülern weiter vergrößert und sind so ausgeprägt wie nie zuvor in der Geschichte der PISA-Studie. Dies steht im Gegensatz zum Trend in vielen anderen OECD-Ländern.

Die Reaktionen auf die Ergebnisse sind deutlich. Bundesbildungsministerin Karin Prien (CDU) bezeichnete die Befunde als „dramatisch“ und einen „besorgniserregenden Befund“. Sie betonte, dass zu viele Jugendliche die erforderlichen Basiskompetenzen nicht erreichen und der Bildungserfolg in Deutschland weiterhin zu stark von der sozialen Herkunft abhängt. Auch Studienleiter Professor Samuel Greiff von der Technischen Universität München sprach von „historisch niedrigen Kompetenzständen“. Als Gründe für den Leistungsabfall werden eine veränderte Schülerschaft, schwierige Lernvoraussetzungen sowie eine mangelnde Priorisierung des Themas Bildung in den vergangenen Jahren genannt. Zusätzlich stellte die Studie eine erhöhte Ablenkung durch digitale Geräte im Unterricht fest.

Die Bundesschülerkonferenz (BSK) äußert sich scharf und spricht von „politischem Versagen“, wobei Generalsekretärin Amy Kirchhoff die Meinung vertritt, dass ein bloßer Fokus auf Basiskompetenzen langfristig nicht helfe, wenn sich Schüler nicht wohlfühlen und nicht partizipieren können. Die Präsidentin der Bildungsministerkonferenz, Anna Stolz, mahnte hingegen zur Geduld und betonte, dass eine nachhaltige Trendumkehr konsequentes Handeln und einen langen Atem erfordere. Die Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen fordert eine „Nationale Bildungsoffensive“ mit nationalen Bildungszielen und stärkerer individueller Förderung, während Bund und Länder bereits Reformen zur Stärkung der Basiskompetenzen, Chancengerechtigkeit und Unterrichtsqualität eingeleitet haben.

In diesem Kontext wird die Einführung eines Bildungsregisters intensiv diskutiert. Dieses zentrale bildungspolitische Vorhaben der Bundesregierung zielt auf eine datengestützte Schulentwicklung ab, um das Schulsystem zu steuern, Ressourcen bedarfsgerecht zu verteilen und die Wirkung bildungspolitischer Maßnahmen besser nachzuvollziehen. Die Debatte um ein solches Bildungsverlaufsregister und eine Schüler-ID läuft bereits seit fast 25 Jahren. Während Befürworter das Potenzial für ein lernendes Schulsystem sehen, äußern Kritiker Bedenken hinsichtlich des Datenschutzes, des bürokratischen Aufwands und einer möglichen Stigmatisierung von Schülern oder Lehrkräften. Die Bertelsmann Stiftung betont in einem aktuellen Papier die Notwendigkeit eines vertrauensstiftenden Dialogs aller Stakeholder, um die Einführung erfolgreich zu gestalten.

Es wird deutlich, dass die PISA 2025-Ergebnisse weitreichende Konsequenzen für die deutsche Bildungspolitik haben müssen. Die Forderungen nach strukturellen Veränderungen, einer besseren frühkindlichen Förderung und einer effektiveren Nutzung von Daten zur Verbesserung des Leistungsniveaus sind allgegenwärtig. Ob die geplanten Reformen und Maßnahmen, wie das Bildungsregister, ausreichen, um den historischen Tiefstand zu überwinden und Deutschland wieder zu einer Spitze in der Bildungslandschaft zu führen, wird die Zukunft zeigen müssen.

Symbolbild – Foto: RDNE Stock project / Pexels

Hinweis: Bei der Bearbeitung dieses Beitrags kann Künstliche Intelligenz zum Einsatz gekommen sein.

Geschrieben von: Redaktion

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