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Die neue Klärschlamm-Verbrennungsanlage VERA II in Hamburg wird voraussichtlich noch teurer als ursprünglich geplant. Zusätzlich zu den bereits gestiegenen Kosten müssen auch zwei weitere Anlagen saniert werden, was die finanzielle Belastung weiter erhöht. Die aktuellen Gesamtschätzungen für das Großprojekt liegen nun bei 396,4 Millionen Euro, nachdem die veranschlagten Kosten für den Erweiterungsbau um weitere 71,2 Millionen Euro gestiegen sind. Ein neues Budget für den Erweiterungsbau wurde mit 315,1 Millionen Euro beziffert, wobei die tatsächlichen Mehrkosten 29,8 Millionen Euro betragen, und der Rest einen Risikopuffer darstellt.
Die Gründe für die erneute Kostensteigerung sind vielfältig. Hamburg Wasser nennt gestiegene Baukosten und eine vorsichtigere Risikokalkulation als Hauptursachen. Des Weiteren haben die durch die Corona- und Ukraine-Krisen gestiegenen Marktpreise im Anlagenbau, erhebliche Anstiege der Kupfer- und Stahlpreise sowie Planungsverzögerungen seitens beauftragter Dienstleister und Baufirmen zu den Mehrkosten beigetragen. Auch die Betriebsaufnahme der vierten Verbrennungslinie, VERA II, verzögert sich; sie soll nun frühestens 2027 in Betrieb gehen, während die komplette Erneuerung der Kapazitäten sich von 2027 auf 2030 verschiebt.
VERA II ist als vierte Verbrennungslinie konzipiert und soll die Entsorgungssicherheit für Klärschlamm in Hamburg und der Region gewährleisten. Die Anlage soll die Verbrennungskapazität von derzeit 63.000 auf 76.000 Tonnen Trockenmasse Klärschlamm pro Jahr erhöhen, mit einem Potenzial für bis zu 97.000 Tonnen. Dies ist besonders wichtig, da die bisherige landwirtschaftliche Entsorgung von Klärschlamm gesetzlich weitgehend abgeschafft wird und die thermische Verwertung ab 2029 Pflicht ist. Darüber hinaus soll VERA II die Sanierung der bestehenden Klärschlammverbrennungsanlage VERA I ermöglichen. Für die Sanierung von VERA I waren zuletzt 81,3 Millionen Euro veranschlagt worden, wobei Hamburg Wasser davon ausgeht, dass diese Prognose nicht mehr haltbar ist.
Die massiven Kostensteigerungen haben bereits Kritik hervorgerufen. Der umweltpolitische Sprecher der Linksfraktion in der Bürgerschaft, Stephan Jersch, forderte, dass die zusätzlichen Kosten nicht über Gebühren finanziert werden dürfen. Der Bund der Steuerzahler kritisiert die Umweltbehörde für ein strukturelles Problem bei der Kontrolle ihrer Großprojekte und wirft dem Senat und Hamburg Wasser mangelnde Aufklärung vor. Es besteht die Sorge, dass die steigenden Investitionskosten letztlich über höhere Schmutzwassergebühren an die Hamburger Verbraucher weitergegeben werden könnten.
Die Kostenexplosion bei VERA II ist dabei kein Einzelfall. Ein Senatsdokument offenbart, dass insgesamt 35 von 59 laufenden Großprojekten öffentlicher Unternehmen unter Aufsicht der Hamburger Umweltbehörde, die ein Volumen von über 20 Millionen Euro haben, teurer werden als angenommen. Die Umweltbehörde hat seit Herbst 2025 und erneut im Frühjahr 2026 eine engere Kontrolle von Großprojekten veranlasst, zudem unterliegen die Unternehmen Prüfungen durch unabhängige Wirtschaftsprüfungsgesellschaften.
Symbolbild – Foto: Wolfgang Weiser / Pexels
Hinweis: Bei der Bearbeitung dieses Beitrags kann Künstliche Intelligenz zum Einsatz gekommen sein.
Geschrieben von: Redaktion
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