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Die Hamburger CDU hat einen Antrag in die Bürgerschaft eingebracht, der eine deutlich engere Kooperation zwischen den verschiedenen Behörden im Kampf gegen häusliche Gewalt fordert. Ziel ist es, die Vernetzung von Polizei, Jugendhilfe und Frauenhäusern zu verbessern, um Betroffenen noch effektiver und umfassender beistehen zu können. Die Union betont dabei die Notwendigkeit einer optimierten Zusammenarbeit, um Schutzmaßnahmen zu verstärken und frühzeitig auf Gewaltdynamiken reagieren zu können.
Das Thema häusliche Gewalt ist in Hamburg und bundesweit von großer Dringlichkeit. So wurde im Jahr 2024 ein neuer Höchststand an Opfern häuslicher Gewalt in Deutschland verzeichnet, mit insgesamt 265.942 Betroffenen. Frauen sind hierbei überproportional stark betroffen: Rund 70,4 Prozent der Opfer waren weiblich, während Männer in 77,7 Prozent der Fälle als Tatverdächtige registriert wurden. Auch in Hamburg stiegen die Zahlen der schwer oder gefährlich von Partnern oder Ex-Partnern verletzten Frauen im Jahr 2024 im Vergleich zum Vorjahr an. Insgesamt wurden im selben Jahr 4.695 Fälle vorsätzlicher Körperverletzung in Partnerschaften erfasst, wobei in etwa 70 Prozent der Fälle Frauen die Opfer waren. Diese Zahlen bilden laut Expertenmeinung jedoch nur einen Teilausschnitt der Realität ab, da viele Taten aus Angst, Scham oder Abhängigkeit nicht zur Anzeige gebracht werden.
In Hamburg gibt es bereits verschiedene Ansätze zur Bekämpfung häuslicher Gewalt. Das Hamburger Gewaltschutz-Zentrum (HGZ) setzt sich seit 2008 für Opferschutz, Täterarbeit und Prävention ein, unter anderem mit einem „Verantwortungstraining für gewaltfreie Beziehungen“, das in Kooperation mit Justiz, Polizei und Jugendämtern angeboten wird. Auch die proaktive Interventionsstelle „intervento“ arbeitet eng mit der Hamburger Polizei zusammen, um Betroffene von häuslicher Gewalt und Stalking zu beraten und zu unterstützen. Die Polizei Hamburg selbst verfügt über Interventionsmöglichkeiten wie Wohnungsverweise und Kontaktverbote, und die Frauenhäuser der Stadt bieten Frauen und ihren Kindern rund um die Uhr Zuflucht. Zudem startete die Hamburger Sozialbehörde in Kooperation mit dem HSV die Kampagne „600 Minuten Nachspielzeit – Echte Männer holen sich Hilfe!“, die sich gezielt an Täter und potenzielle Täter richtet.
Trotz dieser bestehenden Strukturen sieht die CDU Hamburg dringenden Handlungsbedarf in der Vernetzung. Sie bemängelt, dass in Hamburg bisher kein umfassendes „Lagebild Gewalt gegen Frauen“ existiert, das die vorhandenen Daten von Polizei, Behörden, Frauenhäusern und Beratungsstellen systematisch bündelt und auswertet. Ein solches integriertes Lagebild sei jedoch unerlässlich, um genaue Erkenntnisse über Häufigkeit, Risikogruppen und Wirksamkeit von Maßnahmen zu gewinnen und so eine zielgerichtete Gewaltschutzpolitik zu ermöglichen. Auf Bundesebene existiert bereits ein solches „Bundeslagebild Häusliche Gewalt“ des Bundeskriminalamtes, das wichtige Anhaltspunkte zur Einschätzung des Ausmaßes liefert.
Ein besonderer Fokus der Präventionsarbeit liegt auch auf den Kindern, die in der überwiegenden Zahl der Beziehungsgewalttaten unmittelbar oder mittelbar betroffen sind und die weitreichenden transgenerationalen Auswirkungen miterleben. Für Betroffene steht das bundesweite Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ unter der kostenlosen Rufnummer 08000 116 016 jederzeit zur Verfügung, auch mit Online- und mehrsprachiger Beratung. Die Forderung der CDU unterstreicht die Notwendigkeit, alle Akteure im Gewaltschutz enger zu verzahnen, um Opfern bestmöglichen Schutz und Hilfe zu gewährleisten und das Bewusstsein für die gesellschaftliche Relevanz des Themas weiter zu schärfen.
Symbolbild – Foto: Kindel Media / Pexels
Hinweis: Bei der Bearbeitung dieses Beitrags kann Künstliche Intelligenz zum Einsatz gekommen sein.
Geschrieben von: Redaktion
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