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Hamburger Stiftung fordert E-Scooter-Führerschein

today9. September 2026 2

Hintergrund
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Redaktion RADIO REEPERBAHN Hamburg:

Hamburger Stiftung fordert E-Scooter-Führerschein zur Erhöhung der Sicherheit

Angesichts einer alarmierenden Zunahme von Unfällen mit E-Scootern, die insbesondere junge Menschen betreffen, fordert eine Hamburger Stiftung einen verpflichtenden Theorieunterricht für die Nutzung dieser Elektrokleinstfahrzeuge. Ziel dieser Initiative ist es, die Sicherheit auf Hamburgs Straßen maßgeblich zu erhöhen und weitere Verletzungen zu verhindern. Die Forderung wird von aktuellen Unfallstatistiken untermauert, die einen besorgniserregenden Trend aufzeigen.

Die Zahl der E-Scooter-Unfälle mit Personenschaden hat sich bundesweit drastisch erhöht. Im Jahr 2025 wurden rund 16.500 Unfälle mit Verletzten oder Getöteten registriert, was einem Anstieg von etwa 38 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Dabei kamen 38 Menschen ums Leben. Mehr als die Hälfte der Verunglückten im Jahr 2025 war unter 25 Jahre alt. Auch in Hamburg stiegen die E-Scooter-Unfälle mit Personenschaden im Jahr 2025 um 26,4 Prozent auf 757, ein neuer Höchstwert seit Beginn der Erfassung 2021. Diese Entwicklung trug maßgeblich zum Anstieg verunglückter Kinder und Jugendlicher unter 18 Jahren bei. Häufige Unfallursachen sind laut Statistischem Bundesamt die falsche Benutzung der Fahrbahn oder von Gehwegen (21,6 Prozent), Fahren unter Alkoholeinfluss (10,9 Prozent) sowie unangepasste Geschwindigkeit (8,4 Prozent). Fast ein Drittel der Unfälle sind Alleinunfälle, ein Phänomen, das bei Fahrrädern in diesem Ausmaß nicht auftritt. E-Scooter haben in der Kinder- und Jugendchirurgie mittlerweile das Trampolin als häufigste Ursache für schwere Freizeitverletzungen abgelöst.

Aktuell ist für die Nutzung eines E-Scooters in Deutschland weder ein Führerschein noch eine Mofa-Prüfbescheinigung erforderlich. Das Mindestalter liegt bei 14 Jahren. Eine Helmpflicht besteht ebenfalls nicht, obwohl das Tragen eines Helms zur eigenen Sicherheit dringend empfohlen wird. Für E-Scooter-Fahrer gelten jedoch die gleichen Promillegrenzen wie für Autofahrer. Zudem dürfen E-Scooter, die als Kraftfahrzeuge versicherungspflichtig sind, nur von einer Person benutzt werden.

Die Forderung der Hamburger Stiftung reiht sich ein in eine breite Debatte um strengere Regeln. Unfallforscher Siegfried Brockmann von der Björn-Steiger-Stiftung plädiert für eine Führerscheinpflicht, mindestens in Form eines Mopedführerscheins, was das Mindestalter automatisch auf 15 Jahre anheben würde. Er kritisiert zudem die geringe Stabilität der E-Scooter aufgrund kleiner Räder und fordert mindestens zehn Zoll große Räder, um Stürze durch Hindernisse wie Bordsteine zu vermeiden. Auch die Deutsche Verkehrswacht (DVW) fordert eine Intensivierung der Präventionsmaßnahmen, mehr Aufklärung über Verkehrsregeln, verstärkte Polizeikontrollen und zusätzliche Fahrtrainings. Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) spricht sich für einen Kompetenznachweis aus, während die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendchirurgie (DGKJCH) ein Verbot für Kinder unter 14 Jahren sowie eine Helmpflicht fordert.

Während das Bundesverkehrsministerium laut Berichten aus dem Jahr 2025 plant, Blinker verpflichtend zu machen und strengere Haftungsregeln für Verleiher einzuführen, bleibt die Frage eines obligatorischen Theorieunterrichts oder gar eines Führerscheins weiterhin Gegenstand intensiver Diskussionen. Die steigenden Unfallzahlen unterstreichen jedoch die Notwendigkeit, die Sicherheit der E-Scooter-Nutzung ernsthaft zu verbessern.

Symbolbild – Foto: cottonbro studio / Pexels

Hinweis: Bei der Bearbeitung dieses Beitrags kann Künstliche Intelligenz zum Einsatz gekommen sein.

Geschrieben von: Redaktion

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