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Ukrainisches Getreide steckt fest

today8. September 2026 7

Hintergrund
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Ukrainisches Getreide steckt fest.

Die Schifffahrt im Schwarzen Meer ist durch anhaltende russische Angriffe nahezu zum Erliegen gekommen. Dies führt dazu, dass ukrainische Landwirte auf ihrer Ernte sitzen bleiben und es zu erheblichen Staus vor den Donauhäfen kommt, was wiederum die globale Getreideversorgung maßgeblich beeinflusst. Die Eskalation des Seekriegs im Asowschen und Schwarzen Meer hat dazu geführt, dass sowohl die Ukraine als auch Russland verstärkt zivile Schiffe und Hafenanlagen angreifen und somit den Seehandel in dieser wichtigen Region stark lähmen. Internationale Reedereien und Käufer haben ihr Engagement im Schwarzen Meer aufgrund der erhöhten Risikoprämien und operativen Gefahren deutlich reduziert.

Die Angriffe auf die maritime Infrastruktur haben sich in den letzten Monaten weiter verschärft. Berichte vom Juli 2026 zeigten, dass die Ukraine gezielt Schiffe angreift, die russisch kontrollierte Häfen anlaufen, und dass Russland darauf mit einer Ausweitung seiner Angriffe auf ukrainische Exportkapazitäten reagierte. Beispielsweise wurde Mitte August 2026 bekannt, dass Russland wichtige ukrainische Hafenterminals attackierte, woraufhin die Ukraine ihrerseits 90 Prozent der russischen Schwarzmeer-Exportkapazitäten für Getreide mittels Drohnenangriffen außer Gefecht setzte. Konkrete Vorfälle umfassen den Beschuss des Frachtschiffs Golden Leo bei der Ausfahrt aus dem Hafen von Odessa im Juli sowie mehr als 100 Drohnen, die Mitte August nahe rumänischen Donauhäfen entdeckt wurden. Der ukrainische Donauhafen Ismajil wurde allein im August dreimal getroffen.

Als Reaktion auf die blockierten Schwarzmeerhäfen hat die Ukraine ihre Getreideexporte zunehmend auf alternative Routen verlagert, wobei die Donauhäfen eine zentrale Rolle spielen. Die Europäische Union arbeitet aktiv mit der Ukraine und ihren Nachbarländern zusammen, um neue Exportkorridore über Straße, Schiene und Fluss zu schaffen, bekannt als „Solidaritätsspuren“. Der Donaukorridor gilt dabei als die vielversprechendste Alternative hinsichtlich der potenziellen Kapazität. Allerdings ist die Leistungsfähigkeit dieser Routen begrenzt; niedrige Wasserstände in der Donau erschweren den Schiffsverkehr und reduzieren die Ladekapazität der Binnenschiffe erheblich. Ende August 2026 warteten rund 80 Schiffe auf ihre Weiterfahrt zu den ukrainischen Donauhäfen wie Reni und Ismajil, wobei der rumänische Sulina-Kanal ein kritisches Nadelöhr darstellt. Obwohl die Getreidelieferungen per Bahn zu den Donauhäfen im August 2026 im Vergleich zum Vormonat nahezu verdreifacht wurden, können diese alternativen Wege Schätzungen zufolge nur 50 bis 60 Prozent der benötigten Exportkapazitäten decken, sollte die Blockade der Schwarzmeerhäfen anhalten.

Die Konsequenzen für die ukrainischen Getreideexporte sind gravierend. Im Wirtschaftsjahr 2026/27 sanken die Ausfuhren von Getreide und Hülsenfrüchten bis Anfang September um 14 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Insbesondere die Weizenexporte verzeichneten einen Rückgang um 40 Prozent, während die Gerstenexporte um 43 Prozent abnahmen. Im August 2026 fielen die ukrainischen Getreideexporte sogar um rund 58 Prozent im Jahresvergleich. Der Internationale Getreiderat (IGC) hat seine Prognose für die ukrainischen Weizenexporte im Wirtschaftsjahr 2026/27 auf 14,2 Millionen Tonnen gesenkt, was einem Zwölfjahrestief entsprechen würde. Diese Logistikprobleme führen dazu, dass einige ukrainische Landwirte gezwungen sind, ihren Weizen unter den Produktionskosten zu verkaufen.

Auf dem globalen Markt ist die Getreideversorgung durch den Krieg und zusätzlich durch die sommerliche Dürre angespannt. Die Weizenpreise an wichtigen Börsen wie der Pariser Matif steigen an. Der Food Price Index der Vereinten Nationen erreichte im Juli einen Dreijahresrekordwert von über 131 Punkten. Weizen- und Mais-Benchmarks erreichten im August Mehrjahreshöchststände, und der Bloomberg Agriculture Spot Index stieg im selben Monat um mehr als 13 Prozent, den stärksten monatlichen Anstieg seit über einem Jahrzehnt. Besonders Länder in Nordafrika und im Nahen Osten befürchten neue Versorgungsengpässe. Die Europäische Union hat ihre Sorge über die Auswirkungen auf die globale Ernährungssicherheit zum Ausdruck gebracht und prüft Maßnahmen zur Unterstützung der europäischen Landwirte, die ebenfalls von den widrigen Wetterbedingungen betroffen sind. Eine Wiederbelebung des Schwarzmeer-Getreideabkommens, das im Juli 2023 von Russland beendet wurde, wird von Moskau an die Lockerung von Sanktionen gegen russische Agrarprodukte geknüpft, was eine schnelle Lösung der Krise unwahrscheinlich macht.

Symbolbild – Foto: Maksim Karpiuk / Pexels

Hinweis: Bei der Bearbeitung dieses Beitrags kann Künstliche Intelligenz zum Einsatz gekommen sein.

Geschrieben von: Redaktion

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