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EU verurteilt Beisetzung von Kriegsverbrecher Mladic

today8. September 2026 7

Hintergrund
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Belgrad/Brüssel. Die Beisetzung des verurteilten Kriegsverbrechers Ratko Mladic am 7. September 2026 in Belgrad hat scharfe Kritik der EU-Spitze hervorgerufen. Tausende nahmen an der Zeremonie teil, darunter auch serbische Amtsträger, was die Europäische Union als „Verherrlichung von Kriegsverbrechern“ verurteilt. Die Ereignisse in der serbischen Hauptstadt werfen ein Schlaglicht auf die anhaltenden Spannungen im Umgang mit der jüngsten Vergangenheit des Balkans und könnten weitreichende Folgen für Serbiens Ambitionen auf einen EU-Beitritt haben.

Ratko Mladic, in den 1990er Jahren bekannt als der „Schlächter von Bosnien“, starb am 27. August 2026 im Alter von 84 Jahren in einem UN-Gefängniskrankenhaus in Den Haag, wo er eine lebenslange Haftstrafe verbüßte. Er wurde 2017 vom Internationalen Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien (ICTY) wegen Völkermords, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit verurteilt, ein Urteil, das im Juni 2021 in der Berufung bestätigt wurde. Unter seinem Kommando als Chef der bosnisch-serbischen Armee fielen das Massaker von Srebrenica im Juli 1995, bei dem rund 8.000 bosniakische Männer und Jungen ermordet wurden – das schlimmste Massenverbrechen in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg – sowie die 43-monatige Belagerung Sarajevos, die über 10.000 Todesopfer forderte.

Die Beisetzungsfeierlichkeiten in Belgrad zogen Tausende von Menschen an und fanden in der kleinen Kirche St. Luka statt, gefolgt von der Bestattung auf dem Topčider-Friedhof neben seiner Tochter. Berichten zufolge wurde der Sarg von bewaffneten Soldaten in Tarnuniform begleitet, während Priester der serbisch-orthodoxen Kirche die Zeremonie abhielten und Salutschüsse abgefeuert wurden. Obwohl die serbische Regierung die Bezeichnung „Staatsbegräbnis“ offiziell vermied, wurde die Zeremonie de facto mit staatlichen und militärischen Ehren durchgeführt. Unter den Trauergästen befanden sich mehrere Minister der serbischen Regierung, der russische Botschafter in Serbien sowie der frühere Präsident der Republika Srpska, Milorad Dodik. Serbiens Präsident Aleksandar Vučić nahm nach eigenen Angaben aus Termingründen nicht persönlich teil und wies die Vorwürfe der Glorifizierung Mladics zurück, indem er betonte, die Trauerfeier sei von der Familie organisiert worden und der Staat habe lediglich für Sicherheit gesorgt. Zuvor hatte Vučić sich jedoch für Mladics frühzeitige Entlassung aus der Haft eingesetzt, damit dieser auf serbischem Boden sterben könne.

Die Europäische Union reagierte mit großer Empörung auf die Geschehnisse. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und Ratspräsident António Costa zeigten sich „schockiert“ über die Bilder aus Belgrad und erklärten, dass die offizielle Unterstützung und die Anwesenheit hochrangiger serbischer Amtsträger im Widerspruch zu den Werten stünden, auf denen Serbiens Weg in die EU beruhe. EU-Erweiterungskommissarin Marta Kos sagte aus Protest ihren geplanten Besuch in Belgrad ab. Die EU prüft derzeit mögliche Konsequenzen für Serbien, ein EU-Beitrittskandidatenland seit 2012, dessen Verhandlungen seit Jahren wegen mutmaßlicher Verstöße gegen EU-Grundwerte und enger Beziehungen zu Russland und China stagnieren. Denkbar sind Verzögerungen im Beitrittsverfahren oder finanzielle Sanktionen wie das Einfrieren von Unterstützungszahlungen.

Auch aus der Region kamen kritische Stimmen. So kündigte Bosnien und Herzegowina an, fast das gesamte Personal aus seiner Botschaft in Belgrad abzuziehen. Politiker aus Kroatien und Bosnien äußerten Enttäuschung über die als zu milde empfundenen Reaktionen der internationalen Gemeinschaft auf die Verherrlichung Mladics. Die österreichische Außenministerin Beate Meinl-Reisinger sprach von einer „Verhöhnung des Andenkens an die Opfer von Srebrenica“ und einem Rückschritt für die Versöhnung am Westbalkan. Die Beisetzung hat somit nicht nur innerhalb Serbiens, wo Mladic bei vielen immer noch als Held gilt, sondern auch international eine neue Debatte über die Aufarbeitung der Kriegsverbrechen der 1990er Jahre entfacht.

Symbolbild – Foto: Ксения / Pexels

Hinweis: Bei der Bearbeitung dieses Beitrags kann Künstliche Intelligenz zum Einsatz gekommen sein.

Geschrieben von: Redaktion

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