Hamburg Update

Verkehrsclub kritisiert lange Bahn-Streckensperrungen

today7. September 2026 11

Hintergrund
share close

Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) hat in Hamburg scharfe Kritik an der anhaltenden Dauer von Bahn-Streckensperrungen geäußert. Nach Ansicht des ökologischen Verkehrsclubs sollten vier Wochen Vollsperrung für Wartungsarbeiten ausreichend sein, um die Belastungen für Fahrgäste und Güterverkehr erträglich zu halten. Die aktuellen, oft monatelangen Sperrungen stoßen beim VCD auf Unverständnis.

Der VCD-Bundesvorsitzende Matthias Kurzeck betont, dass Vollsperrungen nur das letzte Mittel sein dürften und nicht länger als vier Wochen andauern sollten. Der Club schlägt vor, dass nur bestimmte Arbeiten eine Vollsperrung erfordern und diese am Anfang und Ende einer Sanierung gebündelt werden könnten, sodass die Strecke zweimal für maximal vier Wochen gesperrt werden müsste. Für die dazwischenliegenden Zeiten regt der VCD stellenweise Provisorien an, um den Verkehr unter weitgehend eingleisigen Sperrungen aufrechtzuerhalten. Dies würde den Planungsaufwand zwar leicht erhöhen, die Gesamtsanierung jedoch kaum länger dauern lassen. Erste Erfahrungen beim Streckenausbau Hamburg-Hannover, wo die Hälfte der Strecke nur die halbe Zeit voll gesperrt war, untermauern diese Forderung.

Die Kritik des VCD richtet sich gegen das Konzept der Deutschen Bahn, die im Rahmen ihrer sogenannten Generalsanierungen bis Mitte der 2030er Jahre rund 40 wichtige Strecken des maroden Netzes grundlegend auf Vordermann bringen will. Ursprünglich sah dieses Konzept monatelange Vollsperrungen vor, um in dieser Zeit möglichst viele Reparaturen und Sanierungen zu bündeln und so langfristig deutlich weniger Störungen zu gewährleisten. Michael Körber, Leiter Fahrweg Nord der DB InfraGO, erklärte, dass die Infrastruktur bewusst in Paketen modernisiert werde, um die Dauer von Streckensperrungen zu verkürzen und die Grundlage für einen stabilen und leistungsfähigen Bahnverkehr zu schaffen.

Aktuell sind in und um Hamburg mehrere große Bauprojekte und Sanierungen im Gange, die zu erheblichen Einschränkungen führen. Die Bahnstrecke zwischen Hamburg und Berlin wurde nach einer umfassenden Modernisierung seit dem 14. Juni 2026 wieder in Betrieb genommen, nachdem sie zwischen August 2025 und April 2026 für eine Korridorsanierung gesperrt war und die Wiedereröffnung sich wetterbedingt bis Juni verzögerte. Auch in den Hamburger Knotenbereichen und auf der Verbindungsbahn, beispielsweise im Umfeld der Sternbrücke, an der Holstenstraße und der Schanzenstraße, werden Bauarbeiten gebündelt, die während der Sommerferien stattfinden sollen. Seit dem 1. Mai ist zudem die wichtige Bahnstrecke zwischen Hamburg und Hannover wegen umfangreicher Sanierungsarbeiten gesperrt, was zu deutlich längeren Fahrzeiten und weniger Verbindungen führt.

Die Deutsche Bahn hat aufgrund der anhaltenden Kritik, unter anderem an der weniger als versprochenen Umsetzung und den Verzögerungen bei Bauarbeiten, angekündigt, das Konzept der Generalsanierungen zu überarbeiten. Der VCD fordert indes eine grundlegende Neuausrichtung und eine Abkehr von langen Vollsperrungen, die insbesondere für Pendler während der Bauzeit eine große Belastung darstellen.

Symbolbild – Foto: Wolfgang Weiser / Pexels

Hinweis: Bei der Bearbeitung dieses Beitrags kann Künstliche Intelligenz zum Einsatz gekommen sein.

Geschrieben von: Redaktion

Rate it

Beitrags-Kommentare (0)

Hinterlassen Sie eine Antwort