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RADIO REEPERBAHN Hamburg präsentiert: Der Alte Elbtunnel feiert heute seinen 115. Geburtstag. Hamburgs ikonisches Wahrzeichen, das einst als Europas erster großer Flusstunnel eine technische Sensation darstellte, ist nach jahrzehntelangen Sanierungsarbeiten nun wieder vollständig für den Verkehr in beiden Röhren freigegeben. Dieses Ereignis markiert nicht nur die Wiederherstellung eines vitalen Verkehrsweges, sondern auch die Fortsetzung der Geschichte eines außergewöhnlichen Baudenkmals unter der Elbe.
Der Bau des Alten Elbtunnels, offiziell St. Pauli-Elbtunnel genannt, begann im November 1906 und wurde nach achtjähriger Bauzeit am 7. September 1911 feierlich eröffnet. Mit einer Länge von 426,5 Metern und einer Tiefe von etwa 24 Metern unter der Elbe, verband er die St. Pauli-Landungsbrücken mit den Werften und Industriegebieten auf der südlichen Elbseite, wie Steinwerder und Kuhwerder. Er war eine wegweisende Ingenieurleistung seiner Zeit, die im technisch anspruchsvollen Schildvortriebsverfahren unter Druckluft errichtet wurde. Die Notwendigkeit dieser Verbindung entstand durch den stark angewachsenen Strom von Arbeitskräften im Hamburger Hafen, für die der Tunnel eine wetterunabhängige und effiziente Querung der Elbe ermöglichte.
Die umfassenden Sanierungsarbeiten am Alten Elbtunnel, die bereits um 1994 oder 1995 begannen, zogen sich über mehr als 30 Jahre hin und waren von erheblichen Kostensteigerungen geprägt. Ursprünglich auf 15 bis 17 Millionen Euro geschätzt, stiegen die Gesamtkosten für die Sanierung beider Röhren auf über 130 Millionen Euro. Die Verzögerungen und Mehrkosten ergaben sich unter anderem aus unerwartet hartem Beton, bleihaltigen Stäuben in den Fugen sowie undokumentierten Stahlbrammen zur Auftriebssicherung. Die Oströhre wurde nach rund acht Jahren Sanierung 2019 wieder für den Verkehr freigegeben, während die Weströhre, deren Sanierungskosten sich auf 75,8 Millionen Euro beliefen, erst im Mai 2026 fertiggestellt und wiedereröffnet wurde.
Heute dient der Alte Elbtunnel, der seit 1975 unter Denkmalschutz steht und 2011 als „Historisches Wahrzeichen der Ingenieurbaukunst in Deutschland“ ausgezeichnet wurde, vorrangig Fußgängern und Radfahrern. Seit Juni 2019 ist er für den Autoverkehr dauerhaft gesperrt, was ihn zu einem einzigartigen Erlebnisraum macht. Jährlich nutzen rund eine Million Fußgänger und 300.000 Radfahrer die historischen Röhren. Die großen, noch immer funktionstüchtigen historischen Lastenaufzüge sowie die kunstvollen Keramikfliesen mit maritimen Motiven an den Tunnelwänden sind nicht nur funktionale Elemente, sondern auch beliebte Attraktionen für Besucher aus aller Welt, die hier ein lebendiges Zeugnis Hamburger Ingenieurskunst und Geschichte erleben können.
Symbolbild – Foto: mysurrogateband / Pexels
Hinweis: Bei der Bearbeitung dieses Beitrags kann Künstliche Intelligenz zum Einsatz gekommen sein.
Geschrieben von: Redaktion
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