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Bundesaußenminister Wadephul hat bei seinem jüngsten Besuch in Nordafrika, der ihn nach Tunesien und Algerien führte, die Migration über die Mittelmeerroute in den Mittelpunkt gestellt. Dieser Besuch fand nur wenige Wochen nach einem massiven Ansturm von über 72.000 Migranten auf die spanische Exklave Ceuta im Juli und August 2026 statt. Im Rahmen seiner Reise warb der Bundesaußenminister für eine engere Zusammenarbeit in Wirtschaft und Sicherheit mit beiden Ländern, um die Migration aus der Region zu verringern und eine höhere Stabilität zu erreichen.
Der Ansturm auf Ceuta Ende Juli 2026, bei dem schätzungsweise über 72.000 Menschen, hauptsächlich junge Männer, illegal die Grenze von Marokko in die spanische Enklave überquerten, führte zu einer Überforderung der lokalen Aufnahmeeinrichtungen. Viele Migranten gelangten schwimmend um die Wellenbrecher von Tarajal und Benzú oder zu Fuß entlang der Küstenlinie in das Gebiet. Während bis zum 3. August die spanischen Behörden angaben, dass etwa 70.000 Personen freiwillig nach Marokko zurückgekehrt waren, verblieben Ende August noch mehrere Tausend Migranten in Ceuta. Spanien ersuchte die EU-Grenzschutzagentur Frontex um Unterstützung bei der Überprüfung der verbliebenen Personen. Der Vorfall löste zudem einen diplomatischen Streit zwischen Spanien und Italien aus, der zur vorübergehenden Aussetzung der Schengen-Regelungen und gegenseitigen Grenzkontrollen führte. Ceuta selbst ist Teil der EU, aber nicht des Schengen-Raums.
Bei seinen Gesprächen in Tunis und Algier wurde Außenminister Wadephul, der am 31. August und 1. September 2026 vor Ort war, von Tunesiens Präsident Kais Saied und Algeriens Präsident Abdelmadjid Tebboune empfangen, was als außergewöhnliche diplomatische Ehre für einen Außenminister gilt. Er betonte die Notwendigkeit, die Ursachen der Migration stärker zu bekämpfen, darunter die instabile Lage in der Sahelzone und die Verbesserung der wirtschaftlichen Situation in den Herkunftsländern. Ein weiteres zentrales Anliegen war, den „unverantwortlichen Schleuserbanden“, die Migranten auf lebensgefährliche Reisen schicken und für viele Todesfälle verantwortlich sind, das Handwerk zu legen.
Die engere Zusammenarbeit in Wirtschaft und Sicherheit stand ebenfalls im Fokus. Deutschland sieht Tunesien als drittwichtigsten Exportmarkt und als entscheidenden Partner für widerstandsfähige Lieferketten, insbesondere für die deutsche Autoindustrie. Mit Algerien strebt Deutschland eine vertiefte Energiepartnerschaft an; Algerien gilt als wichtiger Gaslieferant für die EU und hat großes Potenzial für die Produktion von grünem Wasserstoff. Wadephul traf sich auch mit Vertretern deutscher Unternehmen und Start-ups in Tunesien und sprach über die Anwerbung von Fachkräften für Deutschland.
Die Reise des Außenministers unterstreicht die anhaltend prekäre Lage auf den Mittelmeerrouten. Die Internationale Organisation für Migration (IOM) berichtete, dass die Zahl der Todesfälle im zentralen Mittelmeer in den ersten vier Monaten des Jahres 2026 im Vergleich zum Vorjahr mehr als doppelt so hoch war, obwohl die Zahl der Ankünfte dort sank. Insgesamt näherten sich die Todesfälle im Mittelmeer im Jahr 2026 bereits im April der Marke von 1.000, was diesen Zeitraum zu einem der tödlichsten seit 2014 macht. Die instabile Lage in der Sahelzone, wirtschaftliche Not und der Klimawandel tragen maßgeblich zum Migrationsdruck aus Afrika bei.
Symbolbild – Foto: Werner Pfennig / Pexels
Hinweis: Bei der Bearbeitung dieses Beitrags kann Künstliche Intelligenz zum Einsatz gekommen sein.
Geschrieben von: Redaktion
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