Hamburg Update

Sorge wegen Kürzungen bei Schulbegleitung

today21. August 2026

Hintergrund
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Zum Schulstart in Hamburg äußern sich Eltern weiterhin besorgt über die weitreichenden Folgen behördlicher Sparmaßnahmen im Bereich der Schulbegleitung. Besonders betroffen sind Schulen wie die An der Burgweide in Kirchdorf-Süd, wo die Unterstützung für Kinder nach den neuen Regelungen eingeschränkt wird. Die Unsicherheit unter den Familien ist groß, da viele noch immer nicht wissen, in welchem Umfang ihre Kinder die notwendige Assistenz im neuen Schuljahr erhalten werden.

Die Hamburger Schulsenatorin Ksenija Bekeris (SPD) hat Fehler in der Kommunikation rund um die Neuordnung der Schulbegleitung eingeräumt. Ein Mitte Juni an die Schulen verschicktes Schreiben sei „nicht klug durchdacht“ gewesen und habe für Verwirrung gesorgt. Die Änderungen sehen eine strengere Anwendung bestehender Regeln vor und eine stärkere Ausrichtung auf sogenannte Pool- und Kombimaßnahmen, bei denen eine Schulbegleitung mehrere Kinder betreuen oder flexibel innerhalb einer Schule eingesetzt werden kann. Zudem soll pädagogisch oder sozialpädagogisch ausgebildetes Personal künftig nur noch in Ausnahmefällen bewilligt werden.

Die Schulbehörde begründet die Anpassungen damit, dass Schulbegleitung primär eine „nachrangige, helfende Unterstützung“ sei und keine Bildungs- oder Erziehungstätigkeit. Obwohl das Budget für Schulbegleitung steigt – für 2027 sind rund 44 Millionen Euro vorgesehen, verglichen mit etwa 32,6 Millionen Euro im Jahr 2024 – sei der Anstieg der bewilligten Schulbegleitungen (von 1.574 im Schuljahr 2014/2015 auf 4.011 im aktuellen Schuljahr) fachlich nicht vollständig zu erklären. Die Senatorin betonte, die Anspruchsvoraussetzungen und Bewilligungskriterien blieben unverändert, es gehe lediglich um eine Weiterentwicklung des Bewilligungsverfahrens, um die öffentlichen Haushaltsmittel zielgenau einzusetzen.

Elternverbände, Behindertenorganisationen und die Bildungsgewerkschaft GEW sehen die geplanten Maßnahmen jedoch als erhebliche Einschränkungen für Kinder mit besonderem Förderbedarf und Behinderungen. Sie kritisieren, dass qualifizierte Schulbegleitung ein Menschenrecht auf Inklusion sichere und nicht dem Rotstift zum Opfer fallen dürfe. Befürchtet wird ein Qualitätsverlust und der Verlust erfahrener Kräfte, da Trägerberichten zufolge teilweise bis zu die Hälfte des Personals nicht weiterbeschäftigt werden kann. Dies würde die Bildungs- und Teilhabechancen der betroffenen Kinder verschlechtern und Lehrkräfte sowie Schulen mit zusätzlichen Herausforderungen allein lassen.

Als Reaktion auf die breite Kritik und die Sorgen der Eltern wurden Hunderte von Fällen der Schulbegleitung während der Sommerferien von der Schulbehörde neu geprüft. Von 540 überprüften Fällen waren zum Zeitpunkt der Senatorin-Äußerung noch 196 offen, die zeitnah bearbeitet werden sollten. Die anhaltende Debatte hat bereits zu Protesten und Petitionen geführt, bei denen ein sofortiger Stopp der Neuorganisation und vollständige Transparenz gefordert werden.

Symbolbild – Foto: Ali Ahmad DANESH / Pexels

Hinweis: Bei der Bearbeitung dieses Beitrags kann Künstliche Intelligenz zum Einsatz gekommen sein.

Geschrieben von: Redaktion

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