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Unsicherheit vor Schulstart wegen Kürzungen bei Schulbegleitung

today18. August 2026 5

Hintergrund
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Hamburg, 18. August 2026 – Kurz vor dem Beginn des neuen Schuljahres am Donnerstag wissen viele Hamburger Familien noch nicht, ob ihre Kinder eine dringend benötigte Schulbegleitung erhalten. Grund sind Kürzungen, die bei den Betroffenen für große Verunsicherung sorgen. Diese Situation hat in den vergangenen Wochen zu erheblicher Kritik von Eltern und Verbänden geführt.

Eltern und verschiedene Wohlfahrtsverbände sprechen von massiven Einschnitten, die die Teilhabe von Kindern mit Behinderungen oder besonderen Förderbedarfen gefährden. Berichte deuten auf Stundenreduktionen von teilweise 50 bis 70 Prozent hin. Zudem sei geplant, qualifiziertes pädagogisches Fachpersonal verstärkt durch junge Menschen im Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ) zu ersetzen. Besondere Sorge bereitet auch die Umstellung von Einzelbetreuungen auf sogenannte Pool-Modelle, bei denen eine Begleitperson mehrere Kinder betreuen soll, sowie die Regelung, dass für bestimmte Förderbedarfe Schulbegleitung erst nachrangig geprüft wird, wenn andere schulische Maßnahmen nicht ausreichen.

Die Hamburger Bildungssenatorin Ksenija Bekeris (SPD) weist den Vorwurf pauschaler Kürzungen vehement zurück. Sie spricht von einer „Weiterentwicklung“ des Bewilligungsverfahrens, das ab dem Schuljahr 2026/27 greifen soll. Die Senatorin verweist auf stark gestiegene Fallzahlen – von 1.574 Schulbegleitungen im Schuljahr 2014/2015 auf 4.011 im Schuljahr 2025/2026 – und entsprechend hohe Kosten, die von 6,75 Millionen Euro im Jahr 2014 auf rund 42,15 Millionen Euro im Jahr 2025 gestiegen sind. Für 2027 seien sogar 44 Millionen Euro im Haushalt vorgesehen. Laut Bekeris seien die Spielräume bei der Bewilligung teilweise zu weit gefasst worden, und Schulbegleitungen seien auch bewilligt worden, wenn keine drohende oder bestehende Behinderung vorlag.

Trotz der Zusicherungen der Schulbehörde bleibt die Verunsicherung bei den betroffenen Familien groß. Eltern befürchten, dass ihre Kinder ohne angemessene und qualifizierte Unterstützung nicht zuverlässig am Unterricht teilnehmen können und im schlimmsten Fall zu Hause bleiben müssen, da die Schulen eine Betreuung ohne Begleitung ablehnen. Kritiker wie der Elternverein „Leben mit Behinderung Hamburg“ und die GEW Hamburg betonen, Inklusion sei ein Menschenrecht und dürfe nicht den Sparmaßnahmen zum Opfer fallen. Sie sehen in den geplanten Änderungen einen deutlichen Qualitätsverlust und eine zusätzliche Belastung für Schulen und Familien.

Die Situation hat bereits zu Protesten geführt; Demonstrationen unter dem Motto „Hände weg von der Schulbegleitung“ wurden organisiert, und eine Petition fordert den Verzicht auf Einsparungen sowie den Erhalt individueller Unterstützung. Während die Schulbehörde beteuert, das individuelle Unterstützungsbedürfnis jedes Kindes bleibe maßgeblich und das Verfahren lediglich transparenter gestaltet werde, bleibt für viele Eltern kurz vor Schulbeginn die drängende Frage nach der konkreten Unterstützung ihrer Kinder unbeantwortet.

Symbolbild – Foto: RDNE Stock project / Pexels

Geschrieben von: Redaktion

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