Hamburg Update

Linke schlägt Stadtbahn statt U5 vor

today12. August 2026 2

Hintergrund
share close

Hamburgs Linksfraktion hat einen Alternativvorschlag zur geplanten U5 vorgelegt und schlägt eine Stadtbahn anstelle der teuren U-Bahn-Linie vor. Eine aktuelle Studie im Auftrag der Fraktion soll belegen, dass die U5, insbesondere im Bereich rund um die Alster, zu kostspielig ist. Stattdessen werden vier Stadtbahn-Linien als effizientere und günstigere Lösung vorgeschlagen.

Die geplante U5, als eines der größten U-Bahn-Projekte Deutschlands bezeichnet, soll auf einer Länge von rund 29 Kilometern von Bramfeld bis Osdorf verlaufen und dabei 24 Haltestellen umfassen. Sie soll künftig Stadtteile wie die Universität, das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) und die Arenen an das Schnellbahnnetz anbinden und die Fahrzeiten erheblich verkürzen. Die Gesamtkosten für die U5 werden vom Senat auf 14 bis 16,5 Milliarden Euro geschätzt, mit einer voraussichtlichen Fertigstellung im Jahr 2040. Der erste Bauabschnitt von Bramfeld bis zur City Nord, mittlerweile bis Borgweg verlängert, befindet sich seit Herbst 2022 im Bau. Ab 2027 ist ein Probebetrieb auf dem Abschnitt zwischen Sengelmannstraße und City Nord geplant, ab 2029 soll der Fahrgastbetrieb aufgenommen werden. Proponent der U5 betonen zudem ihren vollautomatischen Betrieb im 90-Sekunden-Takt und die Zielsetzung, eine der modernsten und klimaschonendsten U-Bahn-Linien Europas zu schaffen.

Als Alternative zur U5 präsentierte die Linksfraktion eine rund 60-seitige Studie, erarbeitet von den Verkehrsexperten Dieter Doege und Jens Ode. Diese Studie schlägt ein Netz von vier Stadtbahnlinien mit einer Gesamtlänge von knapp 44 Kilometern und 91 Haltestellen vor. Die vorgeschlagenen Linien sollen von der Veddel zum Borgweg, von Mundsburg bis Niendorf Markt, von der Kellinghusenstraße nach Osdorf sowie von der Kellinghusenstraße zum Bahnhof Altona reichen. Die Linke argumentiert, dass ein Stadtbahnnetz schneller gebaut werden könne, erheblich günstiger sei und durch mehr Haltestellen und kürzere Abstände einen besseren „Tür-zu-Tür“-Vergleich biete, was letztlich die Reisezeiten für Fahrgäste verkürzen würde.

Die Linksfraktion kritisiert die prognostizierten Fahrgastzahlen der U5 als zu optimistisch und bezweifelt, dass die U-Bahnlinie den tatsächlichen Bedarf erfüllt. Während die 29 Kilometer lange U5-Trasse 24 Haltestellen vorsieht, stünden dem im Stadtbahn-Vorschlag auf 44 Kilometern 91 Haltestellen gegenüber, was deutlich mehr Menschen einen Bahnanschluss ermöglichen soll. Die Studienautoren und die Linksfraktion schlagen vor, den bereits im Bau befindlichen Abschnitt der U5 bis Borgweg fertigzustellen, danach jedoch die bestehenden Gleise der U3 und U2 zu nutzen, anstatt weitere kostspielige U5-Neubauten zu realisieren. Sie argumentieren, dass einige geplante U5-Stationen, etwa an der Jarrestraße oder der Uhlenhorst, aufgrund fußläufig erreichbarer alternativer Schnellbahn-Haltestellen verzichtbar wären.

Die Debatte um die U5 und die Alternative einer Stadtbahn in Hamburg dreht sich somit maßgeblich um Wirtschaftlichkeit, Effizienz und die bestmögliche Anbindung der Bevölkerung an den öffentlichen Nahverkehr. Während der Senat und die Hochbahn AG die U5 als zukunftsweisendes Jahrhundertprojekt und unverzichtbaren Baustein der Mobilitätswende sehen, fordert die Linksfraktion mit ihrer Studie eine Neuausrichtung hin zu einer aus ihrer Sicht flexibleren, kostengünstigeren und nutzerfreundlicheren Stadtbahnlösung.

Hinweis: Das Bild zu diesem Beitrag kann KI-generiert sein.

Geschrieben von: Redaktion

Rate it

Beitrags-Kommentare (0)

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Pflichtfelder sind mit * gekennzeichnet