Sport Update

HSV-Leichtathlet Ansah von Vier-Jahres-Sperre bedroht

today7. August 2026 4

Hintergrund
share close

Hiobsbotschaft für Owen Ansah kurz vor der EM: Die Nationale Anti Doping Agentur (NADA) hat eine Vier-Jahres-Sperre für den deutschen Rekordsprinter vorgeschlagen. Diese Sanktionsempfehlung basiert auf einem möglichen Verstoß gegen die Anti-Doping-Bestimmungen, da Ansah eine Dopingkontrolle verweigert haben soll. Der Athlet des Hamburger SV will den Vorschlag nach Angaben seines Anwalts jedoch nicht akzeptieren.

Der Vorfall ereignete sich am 9. Juli dieses Jahres, als ein Doping-Kontrolleur Ansah direkt vor seiner Abreise zu einem Diamond-League-Meeting in Monaco zu Hause aufsuchte. Ansah erklärte, der Kontrolleur habe außerhalb seines angegebenen Zeitfensters geklingelt, und er sei unter starkem Zeitdruck gewesen, da er zum Flughafen aufbrechen wollte. Zudem habe er kurz zuvor die Toilette besucht und konnte die Probe nicht sofort abgeben. Ansah betonte, es sei ihm nicht angeboten worden, dass der Kontrolleur ihn zum Flughafen begleite, um die Probe dort abzunehmen, und dass ihm keine Konsequenzen aufgezeigt worden seien.

Aus Sicht der NADA hat Ansah gegen den Anti-Doping-Code des Deutschen Leichtathletik-Verbandes und gegen Artikel 2.3 des Nationalen Anti-Doping-Codes verstoßen, welcher die Verweigerung oder das Unterlassen einer Probenahme betrifft. Sollte Ansah den Vorschlag der NADA akzeptieren, würde sich die Dauer der Sperre automatisch auf drei Jahre reduzieren. Er hat nun 20 Tage Zeit, entweder die Feststellungen der NADA zu akzeptieren oder die Einleitung eines Disziplinarverfahrens beim Deutschen Sportschiedsgericht zu verlangen. Die NADA schlägt zudem vor, alle Ergebnisse Ansahs ab dem 9. Juli für ungültig zu erklären, was auch eine Aberkennung deutscher Meistertitel bedeuten könnte.

Trotz des laufenden Verfahrens und der drohenden Sperre ist Owen Ansah derzeit nicht vorläufig suspendiert. Sein Anwalt Rainer Tarek Cherkeh erklärte, dass Ansah den Vorschlag der NADA nicht akzeptieren werde und sich stattdessen auf die anstehende Leichtathletik-Europameisterschaft konzentriere. Der 25-Jährige gehört zum Aufgebot für die in Kürze beginnende EM in Birmingham und wird dort wie geplant über 100 und 200 Meter an den Start gehen, jedoch nicht an den Staffel-Wettbewerben teilnehmen. Der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) steht nach eigenen Angaben weiterhin an der Seite seines Athleten, hat aber die Zuständigkeit für Dopingkontrollen und Disziplinarverfahren vollständig an die NADA abgegeben.

Die Situation stellt eine erhebliche Belastung für die Karriere des deutschen 100-Meter-Rekordhalters dar, der zu den deutschen Hoffnungsträgern bei der EM zählt. Die Entscheidung über die vorgeschlagene Vier-Jahres-Sperre, die im Falle einer Annahme auf drei Jahre reduziert würde, steht noch aus und wird Ansahs sportliche Zukunft maßgeblich beeinflussen.

Hinweis: Das Bild zu diesem Beitrag kann KI-generiert sein.

Geschrieben von: Redaktion

Rate it

Beitrags-Kommentare (0)

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Pflichtfelder sind mit * gekennzeichnet