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Streit um DJ-Auftritt in Hamburg

today16. Juli 2026 1

Hintergrund
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Ein geplanter Auftritt der palästinensischen DJ Sama‘ Abdulhadi in Hamburg löst eine breite Kontroverse aus. Die Hamburger Antisemitismusbeauftragte Anna von Villiez kritisiert, dass die DJ den Massenmord vom 7. Oktober 2023 als Befreiungskampf verharmlose. Die Performance ist Teil des Habitat-Festivals, das am 18. und 19. Juli in Hamburg-Wilhelmsburg stattfinden soll.

Anna von Villiez, die erst am 30. Juni 2026 zur Beauftragten für jüdisches Leben und die Prävention und Bekämpfung von Antisemitismus in Hamburg ernannt wurde, äußerte sich entschieden gegen den Auftritt. Sie mahnte, dass die Künstlerin in der Vergangenheit durch antisemitische Positionen in sozialen Medien aufgefallen sei, unter anderem durch die Verwendung des Hamas-Kampfbegriffs „Toufan Al-Aqsa“ (Al-Aqsa-Flut) zur Beschreibung des Massakers vom 7. Oktober 2023. Villiez erklärte, die systematische Anwendung schwerer sexualisierter Gewalt und der Mord an Hunderten Menschen seien keine Form des Widerstands, sondern ein Verbrechen, und eine solche Umdeutung verhöhne die Opfer und ihre Angehörigen. Sie hat die Veranstalter des Habitat-Festivals aufgefordert, den Auftritt von Sama‘ Abdulhadi umgehend abzusagen.

Auch der Beauftragte der Bundesregierung für jüdisches Leben und den Kampf gegen Antisemitismus, Felix Klein, kritisierte den geplanten Auftritt scharf. Er wirft Sama‘ Abdulhadi vor, mit ihren Äußerungen „die Sprache des israelbezogenen Antisemitismus“ zu sprechen und ein „hochgradig polarisierendes, antisemitisches Weltbild“ zu vertreten. Klein forderte die Festivalverantwortlichen auf, ein deutliches Zeichen gegen Hass und Hetze zu setzen. Sama‘ Abdulhadi sah sich bereits in der Vergangenheit mit ähnlicher Kritik konfrontiert; Australien verweigerte ihr aufgrund ihrer Äußerungen ein Visum, was zur Absage mehrerer Auftritte führte. Auch ein geplanter Auftritt in einem Berliner Club im April wurde nach Kritik abgesagt.

Die Veranstalter des Habitat-Festivals haben auf die Kritik reagiert, jedoch bewusst an ihrem Entschluss festgehalten, Sama‘ Abdulhadi auftreten zu lassen. Sie gaben gegenüber der taz an, die Bedenken ernst zu nehmen, betonen aber, dass ein internationales Festival unterschiedlichen Perspektiven Raum bieten müsse und sowohl palästinensische als auch israelische Künstler eingeladen habe. Die Veranstalter sehen es als wichtig an, dass palästinensische Künstler in Deutschland auftreten können, was derzeit selten der Fall sei. Zudem handele es sich bei Abdulhadis Performance um ein DJ-Set, bei dem es keinen Raum für politische Beiträge gebe. Sie äußerten Unverständnis darüber, warum gerade dieser Auftritt in Hamburg mit solcher Intensität öffentlich kritisiert werde, zumal frühere Auftritte Abdulhadis in Deutschland friedlich verlaufen seien.

Auf der anderen Seite verteidigte das European Legal Support Center (ELSC), das Rechtsberatung für pro-palästinensische Akteure anbietet, Sama‘ Abdulhadi. Ein Sprecher des ELSC bezeichnete es als „schlichtweg absurd“, sie als Sprachrohr einer Islamisten-Miliz zu bezeichnen. Laut ELSC seien die ihr vorgeworfenen, aus dem Zusammenhang gerissenen Formulierungen außerhalb Deutschlands normaler Sprachgebrauch und sollten keine Auftrittsverbote nach sich ziehen. Abdulhadi selbst hatte zuvor erklärt, dass für sie „nach dem 7. Oktober der Techno zerbrochen“ sei und sie sich von der Techno-Szene im Stich gelassen fühle.

Hinweis: Das Bild zu diesem Beitrag kann KI-generiert sein.

Geschrieben von: Redaktion

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