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RADIO REEPERBAHN Hamburg
Die neue Leiterin des Sozialverbands Hamburg, Sally Peters, hat die Hamburger Politik eindringlich aufgefordert, der zunehmenden Armut in der Stadt entgegenzuwirken und diese als eine Frage der politischen Prioritätensetzung zu behandeln. Ihre Forderung unterstreicht die wachsende Besorgnis über die soziale Lage in der Hansestadt, wo die Armut trotz des allgemeinen Reichtums weiterhin zunimmt.
Aktuelle Zahlen belegen die Dringlichkeit der Situation: Im Jahr 2022 lag die Armutsgefährdungsquote in Hamburg bei 20,4 Prozent, ein Anstieg gegenüber 18,9 Prozent im Jahr 2020. Dies bedeutet, dass mehr als jeder fünfte Hamburger von Armut bedroht ist, ein Wert, der im Bundesvergleich als besonders hoch gilt und Hamburg in diesem Bereich ein „trauriges Schlusslicht“ sein lässt. Laut dem Armutsbericht 2024 des Paritätischen Wohlfahrtsverbands sind 19,5 Prozent der Einwohner Hamburgs von Armut betroffen, der dritthöchste Wert in Deutschland. Insgesamt sind rund 363.000 Menschen in Hamburg von Einkommensarmut betroffen.
Besonders betroffen sind vulnerable Gruppen: Mehr als jeder vierte Jugendliche (27,8 Prozent) und sogar 34,7 Prozent der 18- bis 25-Jährigen sind armutsgefährdet. Bei Alleinerziehenden stieg die Armutsgefährdungsquote von 38,6 Prozent im Jahr 2005 auf 46,2 Prozent im Jahr 2021. Auch ältere Menschen sind zunehmend betroffen; die Quote für über 65-Jährige stieg von 9,5 Prozent im Jahr 2005 auf 23,2 Prozent im Jahr 2021, was über 53.000 armutsgefährdeten Senioren entspricht. Darüber hinaus sind etwa 40 Prozent der nicht-deutschen Hamburger armutsgefährdet.
Ein massiver Treiber für Armut in Hamburg sind die Wohnkosten. Eine Analyse des Paritätischen Gesamtverbands für 2024 zeigt, dass Hamburg mit 25,9 Prozent die dritthöchste Wohnarmutsquote in Deutschland aufweist. Dies liegt deutlich über der konventionellen Armutsquote von 16,0 Prozent und verdeutlicht, dass Mieten viele Menschen in die Armut treiben, die nach der üblichen Statistik nicht als arm gelten würden. Fast 12 Prozentpunkte beträgt der Unterschied zwischen der herkömmlichen Armutsquote und der Wohnarmutsquote in Hamburg, der höchste bundesweit.
Angesichts dieser alarmierenden Entwicklungen fordert der Sozialverband Hamburg gemeinsam mit anderen Akteuren wie dem Mieterverein zu Hamburg und der Diakonie ein umfassendes Gesamtkonzept zur Armutsvermeidung und -bekämpfung. Zu den konkreten Forderungen gehören ein eigenständiger bedarfsgerechter Regelsatz für Kinder und Jugendliche, die Einführung eines Sozialtarifs zur Sicherstellung der Stromversorgung, die Abschaffung von Strom- und Wassersperren sowie die Einführung eines vollumfänglichen HVV-Sozialtickets. Zudem werden die Anerkennung häuslicher Pflege- und Erziehungsarbeit, die Eindämmung prekärer Beschäftigungsverhältnisse und der Bau von 6.000 neuen Sozial- und bezahlbaren Wohnungen jährlich angemahnt. Diese Maßnahmen sollen sicherstellen, dass Armut nicht als individuelles Versagen, sondern als strukturelles Problem der Gesellschaft angegangen wird.
Hinweis: Das Bild zu diesem Beitrag kann KI-generiert sein.
Geschrieben von: Redaktion
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