Hamburg Update

Debatte um Drogenhilfeeinrichtung Abrigado spitzt sich zu

today29. Juli 2026 1

Hintergrund
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Die Debatte um die Hamburger Drogenhilfeeinrichtung Abrigado in Harburg spitzt sich weiter zu. Die CDU-Bürgerschaftsfraktion fordert eine umgehende Übergangslösung für die Einrichtung, da die Belastung für Anwohner und zwei Schulen in der Nähe, die Schule am Park und das Regionale Bildungs- und Beratungszentrum (ReBBZ), nicht länger hinnehmbar sei. Die Forderung nach einer Verlegung der Einrichtung ist nicht neu, doch auch am bereits geplanten neuen Standort regt sich zunehmender Widerstand.

Die Sorgen der Anwohner und Eltern haben sich in den letzten Monaten deutlich verstärkt, insbesondere nach jüngsten Gewaltereignissen und Schüssen im Umfeld der Schwarzenbergstraße, wo das Abrigado seinen aktuellen Standort hat. Zahlen des Hamburger Senats belegen die angespannte Lage: Seit Anfang 2023 wurden am Standort 487 Polizeieinsätze registriert, und die Polizei hat im Kampf gegen öffentlich wahrnehmbare Betäubungsmittelkriminalität 382 Platzverweise ausgesprochen. Eltern berichten von täglichen Konfrontationen ihrer Kinder mit offenem Drogenkonsum, herumliegenden Spritzen und Blutspuren auf dem Schulweg. Die Elternkammer Hamburg äußerte tiefe Besorgnis und betonte, dass die Sicherheit von Kindern und Jugendlichen oberste Priorität haben müsse, und forderte eine zeitnahe räumliche Entzerrung.

Die Sozialbehörde Hamburg plant seit Längerem einen Neubau für das Abrigado auf einem städtischen Gelände an der Buxtehuder Straße, um den seit Jahren als unzureichend geltenden aktuellen Standort zu ersetzen. Die Baugenehmigung liegt inzwischen vor, und der Baustart ist noch für dieses Jahr vorgesehen. Mit einer Bauzeit von rund 22 Monaten wird der Umzug für Ende 2028 erwartet.

Kritik entzündet sich jedoch an der geringen Distanz zwischen dem alten und dem künftigen Standort, die lediglich etwa 200 Meter beträgt. Obwohl alle Bezirksfraktionen dem neuen Standort grundsätzlich zugestimmt hatten, zeigen sich einige Politiker und insbesondere die Anwohner am geplanten neuen Standort bereits unzufrieden. Die Grünen befürchten zudem einen Akzeptanzverlust auch am neuen Standort, wenn die Probleme lediglich verlagert statt gelöst werden. Die Sozialbehörde hält eine zwischenzeitliche Übergangslösung derweil für nicht praktikabel, da diese ähnlich lange dauern würde wie die Errichtung des Neubaus.

In der Bezirksversammlung Harburg wurde die Debatte intensiv geführt, wobei die SPD-Fraktion eine Beschleunigung des Neubauprojekts forderte, um Anwohnern und Schulen eine klare zeitliche Perspektive zu geben. Auch ein Sicherheitsdienst am alten Standort nach den Sommerferien wurde als Maßnahme zum Schutz der Schulen angekündigt. Die Diskussion verdeutlicht den komplexen Spagat zwischen der notwendigen Unterstützung für suchtkranke Menschen und dem legitimen Schutzbedürfnis der Anwohner und besonders der Kinder im Umfeld der Einrichtung.

Symbolbild – Foto: Omotayo Kofoworola / Pexels

Geschrieben von: Redaktion

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