Der Hamburger Schwergewichtsboxer Peter Kadiru steht vor der größten Herausforderung seiner Karriere: Er boxt am kommenden Samstag, dem 11. Juli, in Moskau um den WBA-Weltmeistertitel. Diese unverhoffte Chance ergibt sich, da Kadiru kurzfristig für den französischen Olympiasieger Tony Yoka einspringt und in der VTB Arena auf den russischen Titelverteidiger Murat Gassiew treffen wird.
Der ursprünglich vorgesehene Herausforderer, Tony Yoka, musste den Kampf aufgrund einer Rückenverletzung absagen, die er sich während des Vorbereitungscamps zugezogen hatte. Die Absage des 34-jährigen Franzosen erfolgte am 3. Juli 2026 durch IBA Pro, wobei betont wurde, dass die Veranstaltung trotz des Ausfalls des Hauptkämpfers wie geplant stattfinden soll. Yoka hatte durch diesen Kampf die Chance auf den größten Profititel seiner Karriere gehabt.
Kadiru trifft in Moskau auf einen erfahrenen und schlagstarken Gegner. Murat Gassiew, 32 oder 33 Jahre alt, ist seit dem 26. Juni der alleinige WBA-Weltmeister im Schwergewicht, nachdem der ukrainische Box-Star Oleksandr Usyk alle seine Gürtel niedergelegt hatte. Zuvor hatte der Russe Ende 2025 bereits den sekundären WBA-Titel durch einen K.o.-Sieg gegen Kubrat Pulev gewonnen. Gassiew, der auch ein früherer Weltmeister im Cruisergewicht ist, wird für seine Schlagkraft und seine Härte beim Einstecken von Treffern geschätzt.
Der 29-jährige Peter Kadiru aus Hamburg-Altona geht mit einer Profibilanz von 23 Siegen bei nur einer Niederlage (13 davon durch K.o.) in diesen Titelkampf. Obwohl er als klarer Außenseiter gegen den russischen Champion gilt, zeigt sich Kadiru optimistisch. Sein Manager Florian Winter von der Agentur Ringside Zone betonte, dass solche Schwergewichts-Gelegenheiten nicht planbar seien und Kadiru bereit sei. Kadiru selbst erklärte, dass er seit seinem letzten Sieg hart trainiert habe und bereit sei für seinen „Moment“ in Moskau. Erst am 15. Mai dieses Jahres hatte sich Kadiru in Mannheim den WBA-Continentaltitel durch einen Punktsieg gegen Senad Gashi gesichert.
Für Kadiru ist diese kurzfristige WM-Chance eine außerordentliche Gelegenheit, bei der er kaum etwas zu verlieren hat; selbst eine gute Leistung könnte seinen Ruf erheblich steigern. Ein Sieg würde eine der größten Überraschungen im Schwergewicht der letzten Jahre darstellen. Seine Jugend- und Amateurkarriere war bereits äußerst erfolgreich, mit drei Europameistertiteln, WM-Silber und einer Goldmedaille bei den Olympischen Jugend-Sommerspielen 2014. Die deutsche Boxszene profitiert derweil vom Rücktritt Usyks, da auch der deutsche Profi Agit Kabayel zum WBC-Weltmeister ernannt wurde – der erste Deutsche in dieser Klasse seit Max Schmeling 1932.
Hinweis: Das Bild zu diesem Beitrag kann KI-generiert sein.
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