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Angela Merkel spricht erstmals öffentlich über ihre Zitteranfälle

today30. Oktober 2026

Hintergrund

Die ehemalige Bundeskanzlerin Angela Merkel hat in einem aufsehenerregenden Interview mit Johannes B. Kerner erstmals öffentlich über die Zitteranfälle gesprochen, die im Jahr 2019 für große Besorgnis in der Öffentlichkeit sorgten. Die Altkanzlerin äußerte sich in Kerners Talkformat „Bestbesetzung“, das im Berliner Bode-Museum aufgezeichnet wurde, nicht nur zu den gesundheitlichen Aspekten, sondern gab auch tiefere Einblicke in ihre persönliche Geschichte und die Entwicklung ihrer Partei. Die Menschen in Hamburg und ganz Deutschland hatten 2019 gebannt verfolgt, wie Merkel bei mehreren öffentlichen Auftritten, darunter einem Empfang des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, sichtbar gezittert hatte. Damals hatte sie die Vorfälle als Folge von Dehydration abgetan, eine Erklärung, die nach wiederholtem Auftreten auf Skepsis stieß.

Nun, Jahre später, erklärte die 72-jährige CDU-Politikerin die damaligen Anfälle als eine Entladung von Anspannung. Sie führte dies auf den Tod ihrer Mutter Herlind Kasner im April 2019 und die zunehmende Erkenntnis, dass ihre Amtszeit als Kanzlerin zu Ende gehen würde, zurück. Merkel beschrieb es als ein „Signal des Körpers: Jetzt mach mal Stopp“ und räumte ein, sich wahrscheinlich zu wenig Zeit für die Trauer um ihre Mutter genommen zu haben. Nach medizinischen Untersuchungen, die neurologisch und internistisch ohne Befund blieben, habe sie die Reaktion ihres vegetativen Nervensystems als eine Aufforderung zu verstehen gelernt und fortan militärische Ehren im Sitzen absolviert.

Im weiteren Verlauf des 45-minütigen Gesprächs sprach Merkel auch über die Identität und Entwicklung der CDU. Ihr sei „Maß und Mitte“ in der Politik stets wichtig gewesen, doch beides verschwinde zunehmend. Sie betonte, es sei entscheidend, dass die CDU ihre eigene Identität stärke und klar definiere, was sie als Partei bedeute, anstatt sich primär an der AfD oder den Linken abzuarbeiten. Merkel forderte zudem, Brücken zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern, zwischen Zugewanderten und Alteingesessenen sowie zwischen Stadt und Land zu bauen.

Das Interview bot zudem neue Einblicke in Angela Merkels persönliches Leben nach dem Kanzleramt. Sie beschrieb ihren Alltag als „zum Teil das Leben einer Rentnerin“, inklusive Instagram-Nutzung und dem Verfolgen von Fußballspielen. Die Altkanzlerin äußerte außerdem den Wunsch nach einer Frau im Amt des Bundespräsidenten, da in 77 Jahren Bundesrepublik Deutschland noch nie eine Frau dieses höchste Staatsamt bekleidet habe, und betonte, dass es dafür durchaus geeignete Kandidatinnen gebe, auch in den Reihen der Union. Für unsere Hörerinnen und Hörer von RADIO REEPERBAHN sind diese seltenen und persönlichen Äußerungen der ehemaligen Bundeskanzlerin von großem Interesse, da sie ein intimes Bild einer Frau zeichnen, die 16 Jahre lang die Geschicke Deutschlands lenkte.

Hinweis: Das Bild zu diesem Beitrag kann KI-generiert sein.

Hinweis: Bei der Bearbeitung dieses Beitrags kann Künstliche Intelligenz zum Einsatz gekommen sein.

Geschrieben von: Redaktion

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