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Aktuelle Zahlen des Statistischen Bundesamtes unterstreichen einmal mehr die feste Verankerung von Menschen mit türkischer Einwanderungsgeschichte in Deutschland. Exakt 65 Jahre nach der Unterzeichnung des Anwerbeabkommens mit der Türkei im Oktober 1961 leben heute 2,6 Millionen Menschen mit türkischen Wurzeln in der Bundesrepublik. Ihre Präsenz ist längst ein integraler Bestandteil der deutschen Gesellschaft geworden, wie auch wir von RADIO REEPERBAHN Hamburg immer wieder feststellen.
Die detaillierte Statistik aus dem Jahr 2025 zeigt, dass von diesen 2,6 Millionen Menschen rund 1,5 Millionen selbst nach Deutschland eingewandert sind, während etwa 1,2 Millionen bereits hierzulande geboren wurden. Eine Person gilt demnach als mit Einwanderungsgeschichte, wenn sie selbst seit 1950 nach Deutschland gekommen ist oder dies auf beide Elternteile zutrifft. Unter den selbst Zugewanderten befinden sich noch rund 125.000 ehemalige Gastarbeiterinnen und Gastarbeiter, die zwischen 1961 und dem Anwerbestopp 1973 ins Land kamen. Als häufigstes Motiv für die Einwanderung gaben knapp zwei Drittel familiäre Gründe an, wie den Familiennachzug oder die Familiengründung, während 15 Prozent eine Erwerbstätigkeit als Hauptgrund nannten.
Ihr Beitrag zur deutschen Wirtschaft und Gesellschaft ist unbestreitbar: Menschen mit türkischer Einwanderungsgeschichte stellen 3,5 Prozent aller Erwerbstätigen. Sie sind überdurchschnittlich oft in Reinigungsberufen, der Textil- und Lederverarbeitung sowie im Metallbau tätig, während ihr Anteil in Bereichen wie Recht, Verwaltung oder als Lehrkräfte vergleichsweise geringer ist. Die Integration spiegelt sich auch in der Staatsangehörigkeit wider: Knapp die Hälfte der Menschen mit türkischer Einwanderungsgeschichte besaß 2025 die deutsche Staatsangehörigkeit. Bei den in Deutschland geborenen Nachkommen liegt dieser Anteil sogar bei fast drei Vierteln. Bundeskanzler Friedrich Merz würdigte die Gastarbeiter als Mitbegründer der industriellen Substanz und Gestalter des kulturellen Gesichts Deutschlands, und nannte das Anwerbeabkommen eine Erfolgsgeschichte.
Trotz der vielen Erfolge gibt es weiterhin Herausforderungen. Die Kanzlerrede zum Jubiläum enthielt auch eine Mahnung vor neuem Fremdenhass und erinnerte an die „schwarzen Kapitel“ wie die Morde des NSU, die zeigen, dass die Angst vor dem Fremden Gift für jede freiheitliche Gesellschaft ist. Auch in Hamburg ist die türkische Gemeinschaft ein lebendiger und sichtbarer Teil der Stadtgesellschaft. Organisationen wie die Türkische Gemeinde in Hamburg und Umgebung e.V. (TGH) setzen sich seit ihrer Gründung 1986, auch als Reaktion auf rassistische Gewalt, aktiv für die Belange der Menschen mit türkeistämmigem Hintergrund ein. Sie fördert den interkulturellen Dialog, bietet Unterstützung bei der Integration und dient als wichtige Anlaufstelle für Behörden und die Öffentlichkeit, um eine gleichberechtigte Partizipation zu gewährleisten.
Die Geschichte der türkischen Einwanderung in Deutschland, die vor 65 Jahren mit der Anwerbung von Arbeitskräften begann, hat sich zu einer tiefgreifenden gesellschaftlichen Transformation entwickelt. Die Menschen mit türkischen Wurzeln sind heute nicht nur Arbeitskräfte, sondern Nachbarn, Unternehmer, Künstler und Bürger, die Deutschland kulturell, wirtschaftlich und sozial bereichern. Ihre Lebenswege sind ein entscheidender Teil der deutschen Geschichte und prägen das Miteinander in Städten wie Hamburg nachhaltig.
Symbolbild – Foto: Yasin Onuş / Pexels
Hinweis: Bei der Bearbeitung dieses Beitrags kann Künstliche Intelligenz zum Einsatz gekommen sein.
Geschrieben von: Redaktion
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