Hamburg Update

Anstieg des Ketamin-Konsums in Hamburg festgestellt

today26. Oktober 2026

Hintergrund

Das städtische Abwasser-Monitoring in Hamburg hat einen deutlichen Anstieg des Konsums von Ketamin festgestellt. Die sogenannte Partydroge wird demnach in der Hansestadt offenbar immer häufiger konsumiert. Diese Entwicklung wirft ein Schlaglicht auf die dynamischen Veränderungen im Drogenkonsumverhalten innerhalb der Stadtgrenzen und liefert wichtige Ansatzpunkte für Präventions- und Hilfsangebote.

Das umfassende Abwassermonitoring, das in Hamburg seit März 2024 regelmäßig durchgeführt wird, zeigt alarmierende Daten: Während im Jahr 2024 die Ketaminwerte je nach Messzeitraum noch zwischen etwa 15 und 27 Milligramm pro 1.000 Einwohner und Tag lagen, wurden im Jahr 2025 in einzelnen Perioden bereits mehr als 40 Milligramm gemessen. Dies bedeutet eine nahezu Verdopplung der Werte gegenüber dem Vorjahr. Die Einführung des regelmäßigen Abwassermonitorings durch die Regierungsfraktionen von SPD und Grünen sollte genau solche Entwicklungen frühzeitig sichtbar machen, um gezielte Maßnahmen ableiten zu können.

Obwohl der Ketamin-Konsum in Hamburg deutlich zunimmt, bleibt Kokain die am häufigsten nachgewiesene Droge im Abwasser der Stadt. Die Werte für Kokain erreichten 2025 teilweise rund 700 Milligramm pro 1.000 Einwohner und Tag. Hamburg zählt im bundesweiten Vergleich weiterhin zu den Städten mit einem besonders hohen Kokainkonsum und liegt dabei hinter Frankfurt, aber vor Berlin. Auch Cannabis ist im Hamburger Abwasser häufig nachweisbar, die Werte bleiben jedoch, ähnlich wie beim Kokain, weitgehend stabil.

Experten wie Prof. Ingo Schäfer, Direktor des Zentrums für interdisziplinäre Suchtforschung der Universität Hamburg, bestätigen, dass Ketamin bereits seit Längerem eine Rolle in Hamburg spielt, oft im Verbund mit anderen Substanzen. Er beobachtet dies in der Suchtambulanz und auf Entgiftungsstationen und hält es für denkbar, dass sich der Anstieg in den Abwasserwerten zeitverzögert auch in den Behandlungszahlen niederschlagen wird. Die Droge Ketamin wirkt „dissoziativ“ und kann bei Konsumenten Euphorie und Halluzinationen auslösen.

Die Entwicklung in Hamburg spiegelt einen breiteren europäischen Trend wider: Eine europaweite Analyse von 115 Städten zeigt, dass der Konsum von Ketamin und Kokain im Zeitraum von 2024 bis 2025 ebenfalls deutlich zugenommen hat. Die Spuren von Ketamin im Abwasser stiegen europaweit um 41 Prozent an, während die Kokainspuren um etwa ein Fünftel zunahmen. Diese Daten, die auch von RADIO REEPERBAHN aufmerksam verfolgt werden, unterstreichen die Notwendigkeit, lokale und internationale Entwicklungen im Blick zu behalten, um auf die Herausforderungen des Drogenkonsums in Hamburg angemessen reagieren zu können.

Hinweis: Das Bild zu diesem Beitrag kann KI-generiert sein.

Hinweis: Bei der Bearbeitung dieses Beitrags kann Künstliche Intelligenz zum Einsatz gekommen sein.

Geschrieben von: Redaktion

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