Hamburg Update

Aufrüttelndes Gespräch über Gewalt gegen Frauen in Hamburg

today12. Oktober 2026 1

Hintergrund
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Ein aufrüttelndes Gespräch über Gewalt gegen Frauen hat beim Harbour Front Festival in Hamburg stattgefunden. Die renommierten Autorinnen Düzen Tekkal und Kristina Lunz sprachen mit Moderatorin Collien Fernandes über ihr gemeinsames Buch „Wer hat euch erlaubt, Frauen so zu hassen?“ und stellten zehn wichtige Forderungen zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen vor. Die Diskussion beleuchtete die wachsende Bedrohung und forderte dringende Maßnahmen, um Frauen besser zu schützen. Das Buch selbst positioniert Gewalt gegen Frauen nicht als Randproblem, sondern als strukturelles Problem der Gesellschaft, das Defizite im Strafrecht und in der Strafverfolgung aufzeigt.

Die Notwendigkeit solcher Diskussionen wird durch aktuelle Statistiken unterstrichen. Im Jahr 2024 wurden in Deutschland 265.942 Menschen Opfer häuslicher Gewalt, ein Höchststand, wobei 70,4 Prozent der Opfer Frauen waren. Allein in Hamburg waren im selben Jahr über 3.200 Frauen Opfer häuslicher Gewalt. Die Zahl der Frauen, die in Hamburg von ihrem Partner oder Ex-Partner schwer oder gefährlich verletzt wurden, hat im Vergleich zu 2023 sogar zugenommen. Auch bei Sexualdelikten wie Vergewaltigung und sexueller Nötigung gab es in Hamburg einen deutlichen Anstieg der weiblichen Opferzahlen im Jahr 2024.

Die von Düzen Tekkal und Kristina Lunz, gemeinsam mit weiteren prominenten Unterstützerinnen wie Ricarda Lang, formulierten zehn Forderungen zielen darauf ab, den Schutz für Frauen im Netz und im Alltag zu verbessern. Zu diesen Forderungen gehören unter anderem die Strafbarkeit der Verbreitung sexualisierter Deepfakes, die Einführung eines digitalen Gewaltschutzgesetzes, die Verankerung von „Ja heißt Ja“ im Sexualstrafrecht sowie eine nationale Strategie zur Bekämpfung männlicher Gewalt. Auch die Schaffung spezialisierter Justiz- und Polizeistrukturen, Regulierungspflichten für Plattformen und die Einführung eines Straftatbestands „Femizid“ sind Teil des Forderungskatalogs.

Der Fall Collien Fernandes, der die öffentliche Aufmerksamkeit auf digitale Gewalt lenkte, verdeutlichte die Dringlichkeit dieser Forderungen. Die Autorinnen betonen in ihrem Buch, dass die Gesellschaft sich nicht damit abfinden dürfe, dass Frauen Gewalt erfahren und danach oft um Glaubwürdigkeit und Schutz kämpfen müssen. Es gibt in Hamburg bereits verschiedene Beratungsstellen und Initiativen, die sich gegen Gewalt an Frauen einsetzen, wie beispielsweise Patchwork – Frauen für Frauen gegen Gewalt und die Initiative „StoP – Stadtteile ohne Partnergewalt“ in Altona, die sich für aktive Nachbarschaften starkmacht, die nicht wegschauen. Auch das Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ bietet bundesweit rund um die Uhr Unterstützung an. Der Kampf gegen Gewalt an Frauen erfordert eine gesamtgesellschaftliche Anstrengung, wie die Diskussion auf dem Harbour Front Festival eindringlich zeigte.

Hinweis: Das Bild zu diesem Beitrag kann KI-generiert sein.

Hinweis: Bei der Bearbeitung dieses Beitrags kann Künstliche Intelligenz zum Einsatz gekommen sein.

Geschrieben von: Redaktion

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