Hamburg Update

Grüne distanzieren sich von Naturkundemuseum-Projekt

today9. Oktober 2026 1

Hintergrund
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Die Hamburger Grünen haben sich überraschend deutlich von dem lange geplanten Naturkundemuseum distanziert. Dies geschieht, obwohl erst kürzlich ein Immobilienunternehmen ein neues, kostengünstigeres Angebot zur Unterbringung des Projekts vorgelegt hatte. Die Entscheidung der Grünen wirft neue Fragen zur Zukunft des Vorhabens auf, das die Hansestadt Hamburg bereits seit Jahrzehnten beschäftigt.

Konkret hatte die Hamburger Immobilienfirma Büll & Liedtke vorgeschlagen, das geplante Museum, das auch unter dem Namen „Evolutioneum“ bekannt ist, in einem leerstehenden Bürokomplex am Besenbinderhof nahe dem Hauptbahnhof anzusiedeln. Dieses Angebot belief sich auf 495 Millionen Euro, was eine Ersparnis von rund 100 Millionen Euro gegenüber dem bislang vom rot-grünen Senat favorisierten Standort im Elbtower bedeutet hätte. Das Naturkundemuseum sollte ursprünglich fast die Hälfte der unteren Etagen des Elbtowers einnehmen, um dort die umfassenden naturkundlichen Sammlungen unterzubringen und als Zentrum für Biodiversitäts- und Evolutionsforschung zu dienen.

Trotz der deutlichen Preisreduzierung lehnte die Grünen-Bürgerschaftsfraktion jedoch auch diese Variante ab. Fraktionschef Michael Gwosdz erklärte, dass 100 Millionen Euro weniger aus einem sehr teuren Projekt noch lange kein Schnäppchen machten. Er betonte, dass Hamburg angesichts knapper Kassen andere Prioritäten setzen müsse. Die Grünen sehen ihre Schwerpunkte klar bei „Kindern und Familien, Bildung und Wissenschaft“ und wollen das Geld nicht für ein großes Museumsprojekt ausgeben, während an Kitas, Schulen und Hochschulen um jeden Euro gerungen werde. Zudem seien die mit dem Leibniz-Institut vereinbarten Ziele in Forschung, Sammlung und Wissenschaftstransfer nach Ansicht der Grünen auch ohne einen Museumsneubau erreichbar.

Beim Koalitionspartner SPD stößt die Kehrtwende der Grünen auf Unverständnis. SPD-Fraktionschef Dirk Kienscherf zeigte sich „irritiert“ und „verärgert“ darüber, dass der Vorstoß der Grünen nicht innerhalb der Koalition abgestimmt worden sei. Er unterstrich die große Bedeutung eines Naturkundemuseums für Wissenschaft, Forschung und die naturkundlichen Sammlungen in Hamburg und hätte sich eine sorgfältige Beratung gewünscht. Es sei bemerkenswert, dass die Grünen nun ein Prestigeprojekt der grün geführten Wissenschaftsbehörde eine Absage erteilen.

Die Entscheidung der Grünen, sich von dem „Evolutioneum“ zu distanzieren, hat weitreichende politische Konsequenzen für die Koalition in Hamburg und führt zu Spekulationen über die Stabilität der Stadtregierung. Das Projekt eines neuen Naturkundemuseums war eine lange gehegte Vision, um die im Zweiten Weltkrieg zerstörten naturhistorischen Sammlungen der Stadt wieder unter einem Dach zu vereinen und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Die öffentliche Debatte und die unterschiedlichen Prioritäten innerhalb der Regierungskoalition zeigen, wie komplex die Umsetzung solcher Großprojekte in der Metropole Hamburg sein kann.

Hinweis: Das Bild zu diesem Beitrag kann KI-generiert sein.

Hinweis: Bei der Bearbeitung dieses Beitrags kann Künstliche Intelligenz zum Einsatz gekommen sein.

Geschrieben von: Redaktion

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