Hamburg Update

Protest gegen Kürzungen an Ganztagsschulen

today9. Oktober 2026 4

Hintergrund
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Hunderte Menschen haben gestern in Hamburg gegen die geplanten Kürzungen bei Hamburger Ganztagsschulen demonstriert. Sie befürchten, dass Erzieherinnen und Erzieher bald wichtige Aufgaben von Lehrkräften übernehmen sollen, was zu einem massiven Protest führte. Die Proteste richten sich gegen Pläne der Schulbehörde, Lehrkräfte aus der Nachmittagsbetreuung abzuziehen und durch Erzieherstellen zu ersetzen. Dadurch sollen bis zu 220 Lehrerstellen entfallen und dauerhaft 16,5 Millionen Euro pro Jahr im Etat eingespart werden.

Betroffen von diesen Änderungen sind die sogenannten gebundenen Ganztagsgrundschulen (GTS) in Hamburg, an denen Lehrkräfte bislang auch nachmittags unterrichten und zusätzliche Kurse sowie Aktivitäten anbieten. Während an den meisten Ganztagsschulen (GBS-Modell) der Unterricht um 13 Uhr endet und danach Jugendhilfeträger die Betreuung übernehmen, organisieren die GTS-Schulen Unterricht und Ganztagsbetreuung selbst mit Lehrkräften über den Tag hinweg. Schulsenatorin Ksenija Bekeris (SPD) stellte die entsprechenden Pläne bereits am 19. August im Schulausschuss vor.

Die Umstellung soll in zwei Schritten bis 2028 erfolgen, wobei 247,7 Lehrkräftestellen und 33,1 Sozialpädagogenstellen in 377 Erzieherstellen umgewandelt werden sollen. Die Schulsenatorin argumentiert, dass hierbei nicht von weniger Personal am Kind die Rede sei und es nicht zwingend sei, dass eine Lehrkraft besser fördere als eine Erzieherin. Die Kostenersparnis ist ein wesentlicher Faktor für diese Pläne, da Erzieherstellen kostengünstiger sind als Lehrkräfte.

Kritiker sehen in den Maßnahmen jedoch eine „Gefahr für die Bildung“ und warnen davor, dass pädagogische Konzepte und gewachsene multiprofessionelle Teams verloren gehen könnten. Der Verband Hamburger Schulleitungen zeigte sich entsetzt und befürchtet das Ende der gebundenen Ganztagsschulen. Auch Eltern sind besorgt, dass das Schulmodell kaputtgespart wird und wichtige Aufgaben wie Hausaufgabenhilfe, Sprach- und Sportkurse, die bisher von Lehrkräften betreut wurden, künftig ausschließlich von Erzieherinnen und Erziehern übernommen werden. Der Protest, der sich auch am Rathausmarkt ereignete, zeigt die breite Ablehnung in der Hansestadt.

Die GEW Hamburg weist zudem darauf hin, dass die geplante Umstellung eine bereits praktizierte Entwicklung formalisiert, bei der Schulen Lehrerwochenarbeitszeiten in Erzieherstellen umwandeln, um den Ganztag personell abzusichern. Die Gewerkschaft fordert eine transparente und verbindliche Kommunikation durch die Schulbehörde und betont, dass Lehrkräfte und Erzieherinnen und Erzieher nicht ersetzbar seien, sondern multiprofessionelle Teams benötigt würden. Auch wenn seitens der Grünen Bürgerschaftsfraktion betont wird, dass die kostenfreien Betreuungszeiten von 8 bis 16 Uhr garantiert bleiben und Förder- und Inklusionsstunden bei den Lehrkräften verbleiben, sorgt die geplante Neuausrichtung für erhebliche Diskussionen in der Hamburger Bildungslandschaft.

RADIO REEPERBAHN Hamburg wird die Entwicklung dieser wichtigen bildungspolitischen Debatte in unserer Stadt weiterhin genau verfolgen und unsere Hörerinnen und Hörer auf dem Laufenden halten.

Hinweis: Das Bild zu diesem Beitrag kann KI-generiert sein.

Hinweis: Bei der Bearbeitung dieses Beitrags kann Künstliche Intelligenz zum Einsatz gekommen sein.

Geschrieben von: Redaktion

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